Benutzung der Privatflüsse ꝛc. 321
§ 23 In den Fällen, in welchen über die Existenz oder den Umfang eines
Rechtes, auf welches ein Widerspruch oder ein Entschädigungsanspruch gegründet
wird, Streit entsteht, findet der Rechtsweg statt. 1 1
Ist dagegen nur die Frage zu erörtern, ob durch die Bewässerungsanlage
einem zur Zeit der Publikation dieses Gesetzes bestehenden Triebwerke das zum
Betriebe in dem bisherigen Umfange erforderliche Wasser entzogen werde (§ 16,
Litt. b), so steht die Entscheidung, mit Ausschluß des Rechtsweges, der Regierung
zu, unter Vorbehalt des Rekurses an das Ministerium des Innern, welcher binnen
einer präklusivischen Frist von 6 Wochen nach Bekanntmachung des Bescheides
einzulegen ist. (8 23 a. a. O.)
#§ 24. Zu den im § 19, Nr. 2 bezeichneten Zwecken kann die Vermittelung
der Polizeibehörde nur in Anspruch genommen werden in Fällen eines überwiegenden
Landeeskultur-Interesses und unter der Verpflichtung zu vollst ändiger Entschädigung.
(5 24 a. a. O
§ 25. Unter diesen Bedingungen (§ 24) kann der Unternehmer einer Bewässerungsanlage
verlangen, daß ihm
1) zu den erforderlichen Wasserleitungen, insofern er solche auf seinem eigenen
Grundstücke nicht herstellen kann, auf fremden Grundstücken ein Servitut
eingeräumt,
2) die Benutzung des jenseitigen Ufers zum Anschlusse eines Stauwerks,
owie .
3) eine Ausnahme von der im § 13, Nr. 1 vorgeschriebenen Beschränkung gestattet
werde,
und daß
4) der Besitzer eines Triebwerks sich eine Beschränkung des ihm zustehenden
Rechts auf Benutzung des Wassers (88§ 16. 17) gefallen lasse.
Unter den gleichen Bedingungen (8 24) kann der Uferbesitzer verlangen, daß
ihm
5) gestattet werde, sein Recht auf Benutzung des Wassers in der §§ 1 u. 13
bezeichneten Ausdehnung desselben einem unmittelbar an das Grundstück des
Uferbesitzers angrenzenden Grundbesitzer abzutreten.
(§ 25 a. a. O.) »
§26.JndemFalledes§253ulstehtdemEigenthümerdesGrundstückes
frei:
a) sich bei der Anlage und Benutzung der Wasserleitungen gegen verhältnißmäßige
Uebernahme der Kosten zu betheiligen, in welchem Falle dann bei
Feststellung des Bewässernngsplanes (8 42) auch auf sein Interesse zum
Zwecke der Bewässerung Rücksicht zu nehmen ist;
oder
b) anstatt Einräumung eines Servituts, das Eigenthum des zu den Wasserleitungen
erforderlichen Bodens dem Unternehmer der Anlage abzutreten,
welcher dasselbe zu übernehmen verpflichtet ist. Wenn das ganze Grundstück
des Provokaten, oder ein Theil desselben nach Anlage der Wasserleitungen
von ihm nicht mehr zweckmäßig benutzt werden kann, so ist er befugt, das
ganze Grundstück oder den betreffenden Theil, dessen Umfang die Regierung
zu bestimmen hat, dem Provokanten ebenfalls als Eigenthum abzutreten.
Der Grundeigenthümer, welcher von diesen Rechten (a und b) Gebrauch
machen will, muß sich darüber in einer präklusivischen Frist von 3 Monaten nach
Mittheilung des Antrages des Unternehmers erklären. (§ 26 a. a. O.)
Mascher, Kreisordnung. 21