Contents : Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung.

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der  ganze  Mann  eine  wunderbare  Verbindung  von  Naturkrast  und  Bildung,  Freisinn
  und  Gerechtigkeit,  von  glühender  Leidenschaft  und  billiger  Erwägung.“

Hierin  ist  der  Grundzug  dieser  deutschen  Edelgestalt  fest  und  klar
hingestellt.

Heinrich  Friedrich  Karl  vom  und  zum  Stein  wurde  in
Nassau  am  26.  Oktober  1757  geboren.  Sein  Vater  war  eine  kalte  und
ernste,  mäßige  und  nüchterne  Natur.  Die  Mutter  wird  uns  als  eine
geistig  sehr  hochstehende,  liebevolle  Frau  geschildert.  Ihr  verdankte  der
Sohn  viel.  Er  selbst  nennt  sie  eine  der  edelsten,  tätigsten,  frömmsten
und  des  höchsten  Grades  unwandelbarer  Freundschaft  fähigen  Frauen;
jede  Abweichung  von  ihrem  segensvollen  Beispiel  sei  für  ihn  ein  Schritt
zum  Verderben  und  ein  Grund  bitterer  Reue  gewesen.

Die  Ansicht  der  Welt  und  der  menschlichen  Verhältnisse  schöpfte  der
Knabe  und  Jüngling  in  der  Einsamkeit  des  Landlebens  aus  der  alten
und  neuen  Geschichte,  besonders  sprachen  ihn  die  Ereignisse  der  vielbewegten
  englischen  an.

In  der  Auswahl  seiner  Freunde  war  er  streng.

Im  Herbst  1773  besuchte  er  die  Universität  Göttingen,  wo  er  „aus
Gehorsam  gegen  den  Willen  der  Eltern“  sehr  ernsthaft  Jurisprudenz
studiert,  zugleich  aber  auch  mit  der  englischen  Geschichte,  ihren  statistischen,
  ökonomischen  und  politischen  Werken  sich  bekannt  macht.  Ostern
1777  verläßt  er  Göttingen,  geht  nach  Wetzlar,  um  daselbst  nach  dem
Willen  der  Eltern  seine  Laufbahn  zu  beginnen,  die  ihn  zu  einer  Stelle
beim  Reichsgerichte  bestimmt  hatten.

Doch  nur  drei  Monate  ist  er  dort;  die  Eltern  geben  seiner  Abneigung
  gegen  eine  Anstellung  bei  dem  Reichsgerichte  nach.  Und  nun
kommt  die  für  Preußen  segensvolle  Entscheidung.  Er  geht  im  Februar
1780  nach  Berlin.  Seine  „hohe  Verehrung  für  Friedrich  den  Einzigen,
der  durch  die  Erhaltung  von  Bayern  sich  die  Dankbarkeit  dieses  Landes
und  des  ganzen  Vaterlandes  erworben  hatte,  hatte  den  Wunsch  in  ihm
erregt,  diesem  zu  dienen,  unter  ihm  sich  zu  bilden“.

Nach  der  gewöhnlichen  Ordnung  der  Dinge  mußte  er  als  Referendarius
  bei  einer  Kriegs=  und  Domänenkammer  anfangen,  „pielleicht  wäre
er  in  Förmlichkeiten  untergegangen  und  die  Abhängigkeit  von  einem
mittelmäßigen,  steifen,  in  Förmlichkeiten  befangenen  Vorgesetzten  hätte
verderblich  und  niederschlagend  auf  ihn  gewirkt“.  Das  ist  ihm  erspart
geblieben,  auch  keine  der  zwei  seit  kurzem  vorgeschriebenen  Prüfungen  hat
er  zu  bestehen  gehabt,  so  daß  er,  der  Reformator  des  preußischen  Staates
niemals  irgend  ein  Examen  gemacht  hat.  Er  fand  nämlich  sehr  bald  in
dem  vortrefflichen  Staatsminister  von  Heinitz  „einen  väterlichen,  sein
Schicksal  mit  Liebe,  Ernst  und  Weisheit  leitenden  Vorgesetzten“.

Nun  geht  der  Aufstieg  des  Reichbegabten  rasch.  1780  tritt  er  in
die  Behörde  für  Bergbau  ein.  „Das  Leben,“  urteilt  er  selbst  „hatte  in