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haben, die mich durch Dummheit in Zorn bringt und die ich nur
mit Scham produziren könnte. Wenn es noch möglich ist, so muß
sie reformirt werden."“
Es scheint mithin, daß der Prinz damals auch persönlich für
sich noch einigen Werth auf positive Kirchenformen gelegt habe.
Tief begründet ist indessen diese Neigung nicht; denn im selben
Athem verlangt er, daß die ihm bestimmte Braut die école des
maris et des femmes auswendig lerne. Das, meint er, ist besser
als Johann Arndts wahres Christenthum. Er versichert Grumbkow,
daß er sich gegen den Herzog und die ganze Familie mit dem
größten Anstande betragen wolle, obwohl er sie hasse wie die Pest,
sie und ihre ganze Brut. Und wiederum erhebt sich dann die
Furcht vor der Dummheit. „Wenn sie dumm ist: so entsage ich
ihr und dem Teufel. Man sagt, sie habe eine Schwester, welche
wenigstens Menschenverstand hat. Warum soll ich denn die Aeltere
nehmen? Die Jüngere ist doch eben so viel, und dem Könige kann
es einerlei sein.“
Die Abneigung steigt, obwohl er die Braut noch nicht gesehen.
Es ist die natürliche menschliche Abneigung gegen einen Zwang in
einer Sache, welche durch ihr Wesen selbst die Freiheit des Individuums
fordert. Fünf Tage nach der ersten Kunde meldet Friedrich
an Grumbkow: „Ich will lieber eine Kokette, als eine Fromme.
Kurz wenn ich mich für mich verheirathen soll, so muß meine Frau
nach meinem Geschmacke sein.“ !4)
Grumbkow ist für den Prinzen thätig. Er unternimmt es
dem Könige Einwendungen zu machen. Friedrich Wilhelm legt
seine Gründe dar. Der Minister kann nicht umhin sie anzuerkennen;
aber er bittet den König dem Prinzen Zeit zu lassen,
ihn nicht zu drängen, ihn nicht bloß als Sohn, sondern als Freund
1) Oeuvres XVI. p. 43.