blübt, und die benachbarte Villa des Cicero das Andenken
an die letzten Tage der römischen Republik hervorruft;
im äppigen Capua, dessen Falerner noch jetzt das
Lob Horazens verdient, glaubte er sich in eine mehr poctische,
als wirkliche Welt versetzt.
In Neapel fand er seinen Landsmann, Nikodemo aus
Rastatt, den der Neid seinem Vaterlande entriffen batte,
und lernte Philipp Hackert kennen. Er besuchte Capo di
Monte, wo in einem geschmacklosen Palast berrliche
Kunstwerke in bunter Verwirrung durch einander lagen;
die Karthause auf St. Elmo, mit der wunderschönen
Aussicht auf Neapel, Portici, den Besuv, das misenische
Vorgebürge und die fruchtreiche Ebne bis Kaserta. Die
Werke der Architektur, die er in dieser Stadt fand, befriedigten
ibn im Ganzen weniger, deßo mehr zog ihn
die Umgebung an; das paradiestsche Paufllipo, der schönße
Fleck der Erde, wo an des keuschen Virgils Grab noch
immer der Lorbeer grünt; Pozzuoli, der düstre Avernersee
mit der Grotte der kumlschen Sobille, Capri,
Surrent, das Vorgebürge der Minerva mit ihrem Tempel,
vor allen aber Pompest und Herkulanum, wo eine
untergegangene Zeit aus ihrem Grabe wieder aufgeßtiegen
ist, und das ganze bäusliche Leben jener Zeit vor dem
Beschauer in die Wirklichkeit zurücktritt.
Weinbrenner hatte sich auch auf dieser Reise mit
manchen Kenntnissen bereichert; seine Studien in Rom
waren beendigt, und die Ereignisse, welche sich vorbereiteten,
mußten seinen Entschluß zur Heimkehr beschleunigen.
Schon war von den Gewaltigen in Frankreich eine
risalpinische und ligurische Revublik proklamirt worden;