200 Pflege der Schönheit.
im Walde zu baden, der lasse die Gelegenheit dazu nicht unbenutzt. (Siehe
das Flußbad auf dem Titelkarton dieses Teiles.)
Ein Gegensatz zwischen Brunnen- und Flußwasser, der ja oft erwähnt
wird, muß auch hier noch hervorgehoben werden; es ist die Beschaffenheit
des Wassers im Bezug auf seine chemische Zusammensetzung. Das Fluß= oder
Regenwasser wird „weiches Wasser“ genannt, weil es kalk= und salzarm ist;
das Brunnenwasser wird „hart“ genannt, weil es kalk= und salzreicher ist,
wodurch ihm der bessere Geschmack verliehen wird.
Wie zum Trinken aus schon besprochenen Gründen das harte Wasser
angezeigter ist, so wird zum Baden das weiche Wasser verwendbarer, weil
Kalk und salzige Verbindungen die Haut angreifen, sie trocken und hart
machen und ihr jene angenehme Weichheit nehmen, die auch als ein Teil der
Schönheit gilt. Man bade daher so viel als möglich im Regenwasser.
So viel über Reinigungsbäder und Hautpflege durch Wasser.
Aber auch Massage ist zur Hautpflege nötig. Jede Frau, die etwas
für ihre Pflege verwenden kann, sollte sich alljährlich einigemale, etwa
14 Tage lang sanft massieren und dabei mit feinen, auch parfümierten Fetten
einreiben lassen. Schuppige, rauhe oder runzelige Stellen würden dadurch
mehr oder minder beseitigt werden, die Haut weich, blutreich und frisch erhalten
und die Jugendlichkeit des weiblichen Körpers unverändert bleiben.
Es ist eine so traurige Lüge, wenn bunte Stoffe, Spitzen und Bänder einen
welken häßlichen Leib umhüllen! Man sollte lieber diesen schön erhalten,
statt bloß sein Außeres zu schmücken.
Im Altertum war diese Art von Hautpflege ganz allgemein. Wohlhabende
Frauen ließen sich, täglich sogar, von ihren Sklavinnen massieren,
mit kostbaren Spezereien einreiben, die Haare sorgfältig behandeln usw. und
dann erst in schöne Kleider hüllen. Wenn nur der vierte Teil der Sorge
und des Verständnisses für solche Hautpflege auf uns übergegangen wäre, so
würde es schon bedeutend weniger unschöne Frauen geben.
Die Einflüsse, die im übrigen noch die Schönheit untergraben, werden
wir im siebenten Kapitel über das Geschlechtsleben besprechen. Welchen Einfluß
Ernährung und Verdauung auf die Gesundheit und Schönheit der Haut
haben, geht aus anderen Kapiteln hervor.
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Pflege der Gelichtsbaut.
Das Gesicht wird der Spiegel des Menschen genannt; nicht nur seine
geistige Befähigung, seine Herzensgüte ist aus demselben zu lesen, sondern viel
deutlicher noch seine Gesundheit. Niemals ist es gleichgültig hinzunehmen
oder als etwas Unbedentendes zu betrachten, wenn jemand eine grüngelbe
Gesichtsfarbe hat, eingefallene Wangen, einen stechenden oder matten Blick usw.