Full text : Dr. J. Milbiller's kurzgefasste Geschichte des Königreichs Bayern.

—  155  —

in  München  eine  Musterschnle,  worin  angehende  Lehrer  sich  mit

den  erforderlichen  Kenntnissen  versehen,  mit  der  besten  Lehrart

bekannt  machen,  und  zu  ihrem  wichtigen  Berufe  bilden  konnten.
S.  S.

Für  die  Verbesserung  der  hohen  Schule  in  Ingolstadt  geschab
  nicht  weniger.  Durch  die  Unruhen  des  Krieges  kam  sie  sehr
in  Abnahme.  Es  wurden  unter  Max  neue  Lehrkanzeln,  besonders
im  Fache  der  Rechtsgelehrsamkeit  und  der  UArzueikunde  errichtet,
neue  Professoren  angestellt,  die  Bibliothek  besser  geordnet  und  bereichert,
  und  noch  manches  andere  zur  Aufnahme  der  hohen  Schule
gethan.

S.  0.

Eben  so  wurden  dile  lateinischen  Schulen,  die  Lyceen  und
Gymnasien,  von  dem  Churfürsten  bedacht.  Dieß  wurde  vorzüglich
  dann  nothwendig,  als  Papst  Klemens  XIV.  (1775)  den  Orden
  der  Jesuiten  aufhob,  von  denen  biczher  die  lateinischen  Schulen
  geleitet  wurden.  Max  weihte  sogleich  den  größten  Theil  der
Ordensgüter  dem  Stiftungs-Fond  für  die  lateinischen  Schulen.
Es  wurde  auch  für  diese  ein  neuer  Studienplan,  der  allgemeine
Vorbildung  bezweckte,  zu  Grunde  gelegt.  Auch  dabei  erwarb  sich
Braun  viele  Berdienste.  Die  Bildung  der  Jugend  sollte  vorzüglich
  durch  den  Geist  der  alten  Classiker  befördert  werden.  Das
Lehramt  wurde  nicht  mehr  ausschließlich  Einer  Klasse  von  Männern
  anvertraut,  sondern  man  wählte  jeden  sähigen  Mann,  wo
man  ihn  fand.  Auch  damals  fand  die  neue  Einrichtung  der  Schulen
  viel  Widerspruch  und  Tadel.  Doch  Max  zeigte  auch  hier  seinen
  hellen  Verstand,  und  freute  sich  des  guten  Samens,  der  in
den  Schulen  seines  Landes  ausgestreut  wurde.

S.  10.

Besonders  vortheilhaft  wirkte  für  die  wissenschaftliche  Bild  ung
und  Geisteskultur  Bayerns,  die  Akademie  der  Wissenschaften  in
München,  die  unter  Maximilian  entstand.  Zwei  gelehrte  und
hochberzige  Bayern,  der  Hofrath  Georg  von  Lory,  und  der  Bergrath
  Dominik  von  Linbrunn,  faßten  den  Entschluß,  einen  Verein
von  gelehrten  Männern  der  Heimatb  und  des  Auslandes  zu  gründen,
  dessen  Zweck  es  sein  sollte,  Naturkunde  zu  betreiben,  und