Full text : Der Weltbrand. Deutschlands Tragödie 1914-1918. Erster Band. (1)

Im  Januar  hatte  Holtzendorff  dem  Kaiser  eine  umfangreiche  Denkschrift
vorgelegt,  in  der  ausgeführt  wurde,  der  A-Boot-Krieg  habe  im  Vorsahre  trotz
der  von  der  Relchspolltik  erzwungenen  Einschränkungen  eine  starke  Beelnträch--tigung
  der  Nahrungemittelversorgung  und  des  Wlrtschafteledens  in  England
berbeigeführt.  Die  schwere  Beunruhlgung,  die  dlese  Wirkung  in  England  hervorgerufen,
  habe  sich  allerdinge  verloren,  als  man  drüben  sicher  geworden  sie,
daß  der  U-Boot-Krleg  nicht  mit  voller  Kraft  durchgeführt  werden  würde.  Ader
dle  tatsächlichen  Störungen  dee  englischen  Außenhandele,  die  Stelgerung  der
Marktpreise,  die  Verstelfung  der  Finanzlage  und  die  Berminderung  des  Frachtraumes
  hätten  schon  jetzt  einen  Umfang  angenommen,  der  für  elinen  neuen
U-Boot-Krieg  erheblich  günstigere  Voraussetzungen  schaffe.  Ein  in  seiner  spezlfischen
  Wirkung,  wie  bleher,  dauerud  deeinträchtigter  U-Boot-Krieg  werde  die
Lage  Englands  welterhin  deeinflussen,  könne  ader  England  schwerlich  frledenegeneigt
  machen.  Werde  aber  ein  neuer  U-Boot-Krleg  uneingeschränkt,  d.  h.
mit  der  Maßgabe  geführt,  daß  im  Kriegsgeblet  jeder  Seeverkehr  vernichtet
werden  dürfe,  dann  stehe  in  sicherer  Aussicht,  „daß  England  sich  infolge  unerträglicher
  Beengung  des  Frachtraumes  und  damst  der  Zu-  und  Auefuhren
und  folgeweise  gesteigerter  Teuerung,  unterstützt  durch  schwerste  fimanzlelle
Bedrohung,  in  absehbarer  Zeit,  längst  ens  in  sechs  Monaten,  zum  Frledeneschluß
  gezwungen  sehen  wird“.

Aber  wlederum  lehnte  die  Reichsleltung  diesen  Dorschlag  des  Admiralestads
ab.  Statt  dessen  kam  eine  „Abschlagszahlung“  —  die  berelts  erwähnte  mehr
ale  fragwürdige  Erlaubnie,  armierte  feindliche  Handelsschiffe  wie  Krlegeschiffe
zu  dehandeln,  wenn  dle  Armierung  mit  Sicherhelt  erkannt  sei  .  .  Oleser  Befebl
  ging  beim  Flottenchef  am  11.  Fedruar  ein,  sollte  ader  erst  am  29.  in  Kraft
treten,  da  die  Regierung  vorher  noch  die  Neutralen  ersuchen  wollte,  lhre  Landeeangehhrigen
  zu  warnen,  damit  sle  nicht  welterhin  Leden  und  Vermögen  armierten
  feindlich  ten,  die  ine  Sperrgedlet  führen

Also  Holtzendorff  batte  vor  Bethmann  tapltullert.  Scheer  aber  lleß  nicht
locker.  Er  erreichte  es,  daß  am  4.  März  im  Großen  Hauptquartier  eine  Sitzung
stattfand,  dle  folgendes  Ergebnie  hatte:

„Aus  milieärischen  Gründen  wird  die  Aufnahme  des  allein  vollen  Ersols  verbürgenden
  uneingeschränkten  U.Boot-Krieges  gegen  England  vom

1.  Korit  an  unerläßlich.  Bis  dahln  soll  der  Sschorcheß  alle  politischen  und
diplomatischen  Hilfsmittel  in  Bewegung  seyen,  um  Amerika  vollen  Le  in  unfere

Lage  zu  g  en,  mlt  dem  Ziel  und  ZIweck,  uns  freie  Hand  zu  schaffen.  Bis  in
wird  der  U.  Boot  ·  Krieg  gemäß  den  *r  1.  März  erlossenen  Besehlen  so“  wirtung  wol

Diesem  Beschluß  lag  eine  n*  der  Gesamtlage  zugrunde,  dle  schriftlich
  nledergelegt  worden  war,  und  aue  der  folgende  Sätze  hier  unbedingt  herr
  *N  7  essene

tliche  And  ng  der  mitisel  ,  e  Sisteltess

ist  (sieg.
zunn  macht  fich  r25  Seonsn  von  Voler  o  uhr  ——
tralen  her  zunehmend  geltend;  eine  gute  Ernte  kann  -•!4b  r5  utt  der
Zukunft  bri  zwen  Englands  walisem  e  Handelspolulk  zum  Zwecke  der  Au
rn  wnr  außer  Kra  Lern  P.  ren  r  wirtschaftlich  das  Vrbtders
  wle  rEr  8  ner  halten  länger  a  au-  als  wir
5r½  Reese  muß  somit  von  8  As  gefaßt  werden.“

279