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rasch in Bedingungen zu versetzen, unter denen eine Bakterienwucherung unmöglich
schien. Bei Vorversuchen fand ich, daß sich durch Ausfrierenlassen des Serums
in Kältemischung die Fermentlösung an der wirksamen Substanz anreichern ließ.
Mit Alkohol konnten dann Fällungen erhalten werden, die stark aktiv waren. Bei
längerem Stehen des zunächst in der alkoholischen Lösung suspendierten Niederschlages
setzte er sich jedoch bald zu Boden und wurde inaktiv. Verwandte man
eine Mischung von Alkohol und Äther, wie dies E. Buchner’) zur Fällung der Zymase
getan, so erhielt man einen schnell absitzenden Niederschlag, der jedoch ebenso
rasch seine Aktivität verlor. Schließlich wählte ich zur Abscheidung folgende Methode:
Das Serum wurde mit dem gleichen Volum absoluten Alkohols versetzt und der entstandene
Niederschlag sofort auf dichtem doppelten Filter mittels eines Büchnerschen
Trichters an der Pumpe abgesaugt und nach scharfem Absaugen der Hauptmenge anhaftender
Flüssigkeit im Vakuumexsikkator getrocknet. Die trockene, ziemlich harte
Masse lieferte nach dem Verreiben in der Reibschale ein den käuflichen Eiweißstoffen
ähnliches Pulver. Bei der Behandlung mit verschiedenen Lösungsmitteln, Wasser,
wässeriger Glyzerinlösung, sehr verdünnter Alkali- oder Säurelösung ergab sich, daß
das Pulver nur noch in sehr geringem Maße im Wasser löslich war. Filtrierte man
— am besten nach mehrstündiger Digestion mit sehr verdünnter Säure — die Mischung,
so erhielt man ein wasserklares Filtrat, das deutlich die Peroxydasereaktion zeigte.
Daß es sich hierbei um einen Lösungsvorgang handelte, ließ sich zeigen, indem es
leicht gelang, durch mehrmalige Digestion des Pulvers mit kleinen Mengen verdünnter
Säure zu bewirken, daß sowohl die zunächst aktiv befundene Suspension des
Pulvers als auch die schließlichen Waschwässer die Peroxydasereaktion nicht mehr
zeigten. Auch diese Versuche wurden unter Zusatz von Thymol ausgeführt. Mehrmonatliches
Trocknen des Pulvers über Phosphorpentoxyd hatte keine wesentliche
Schwächung zur Folge. Als ich nach einem halben Jahr das über Phosphorpentoxyd
aufbewahrte Pulver untersuchte, hatte es allerdings an Aktivität wesentlich verloren,
doch konnte immer noch daraus eine die Guajaktinktur deutlich bläuende Lösung
auf die oben beschriebene Art hergestellt werden.
V. Schlußfolgerungen.
1. Die sogenannte Arnoldsche und Storchsche Reaktion zum Nachweis stattgehabter
Erhitzung von Milch zeigen den gleichen Reaktionsmechanismus. Sie beruhen
auf der Beschleunigung eines Oxydationsvorganges zwischen einem Chromogen
und einem Peroxyd durch eine der „frischen Milch“ zukommende Eigenschaft.
2. Das das Chromogen der Arnoldschen Probe enthaltende Guajakharz weist
die folgenden Besonderheiten auf:
a) Es enthält einen autoxydablen Stoff, der in trockenem Zustand, besonders
aber in Lösung unter der Einwirkung des Lichtes an der Luft in ein Peroxyd übergeht,
durch das einerseits eine langsame spontane Bläuung des Chromogens bewirkt
wird, das andererseits unter den Bedingungen der Arnoldschen Probe wahrscheinlich
) Vgl. E. Buchner, Die Zymasegärung. S. 240 ff.