Full text : Archiv für Stamm- und Wappenkunde. 8. Jahrgang. (8)

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(1558)  und  Lomaso  (1561),  sowie  sämtliche
Matriken  von  Dornbirn  (1540)  in  Vorarlberg.

In  Dalmatien  reichen  die  Taufbücher
vonLesina  in  ununterbrochener  Folge  bis
1517  zurück;  die  Seelsorgestelle  Humac  donji
behauptet  Matriken  bis  zum  Jahre  1175  zurück
zu  besitzen(?).  In  Böhmen  ist  das  älteste
Beispiel  eines  Kirchenbuches  das  Fragment
eines  Taufbuches  der  Seelsorgestelle  Ober-Georgenthal
  (1441).  Noch  aus  der  Zeit  vor
Erlassung  der  Tridentinischen  Dekrete
stammen  sämtliche  Matriken  der  St.  Thomaskirche
  in  Prag  (1500),  die  Matriken  von
Platten  (1531)  und  Neudeck  (1557),  ferner
die  Tauf-  und  Trauungsmatriken  von  Abertham
  (1545)  und  die  Trauungsmatriken  von
Joachimsthal  (1531).  Bruchstücke  besitzen
die  SeelsorgestellenArnsdorf(1562),  Joachimsthal
  (Taufmatr.  —  1560),  Neu-Straschitz  (Trauungsmatr.
  —  1559)  und  Schlackenwerth(Trauungsmatr.
  —  1560).

In  Mähren  sind  aus  dem  16.  Jahrhundert
  nur  4  vollständige  Taufbücher  und
1  Trauungsbuch  erhalten,  die  alle  der  nachtridentinischen
  Zeit  angehören.  Die  Taufbücher
  befinden  sich  im  Besitze  der  Kirchen
St.  Jacob  in  Brünn  (1587),  St.  Jacob  in  Iglau
(1599),  Mähr.  Trübau  (1587)  und  Zwittau
(1599).  Ein  Trauungsbuch,  welches  auch
in  das  Jahr  1599  zurückreicht  besitzt  gleichfalls
  die  Pfarre  St.  Jacob  in  Iglau.  Bruchstücke
  von  Matriken  aus  dem  16.  Jahrhundert
besitzen  Braunseifen,  Bruck,  Olbersdorf,
St.  Mauriz  in  Olmütz  und.  Unter-Wisternitz.

Aus  der  ersten  Hälfte  des  17.  Jahrhunderts
bis  zum  Ende  des  30jährigen  Krieges  sind
überkommen  88  vollständige  Tauf-,  83  Trauungs-.
  und  67  Sterbebücher.

In  Schlesien  ist  das  älteste  Denkmal
eines  Kirchenbuches  bei  der  Seelsorgestelle
Endersdorf  vorhanden;  dasselbe  ist  jedoch
nur  ein  Titelblatt  und  stammt  aus  dem  Jahre
1413.  Aus  dem  16.  Jahrhundert  besitzen
Matriken:  Gurschdorf,  Raase  und  Weidenau.
Aus  der  Zeit  des  17.  Jahrhunderts  bis  zum
Ende  des  dreissigjährigen  Krieges  besitzen
vollständige  Matriken:  Grätz,  Gross-Polom,
Hotzenplotz,  Jägerndorf,  Liebenthal,  Odrau,
Spachendorf,  Teschen  und  die  Propsteipfarre

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in  Troppau.  Aus  den  Jahren  1700--1784
stammen  54  Tauf-,  53  Trauungs  und  55  Sterbematriken,
  der  letzten  Periode  gehören  an
86  Tauf-,  85  Trauungs-  und  88  Sterbematriken.


Was  den  Bestand  an  älteren  Matriken
in  Bibliotheken  und  Archiven  von  Stiften,
Gutsverwaltungen,  städtischen  Kommunen
und  sonstigen  Instituten  betrifft,  so  boten
die  hierüber  eingeholten  Berichte  nur  eine
sehr  geringe  Ausbeute.

Bemerkenswertistnur,dass  dasÄugustinerstift
  St.  Thomas  in  Altbrünn  ein  altes  Sterberegister
  der  Gürtelbruderschaft  in  Gewitsch
und  Nekrologien  der  mährischen  Augustiner-Konvente
  besitzt,  die  bis  in  das  Jahr  1363
zurückreichen.  Auch  das  Benediktiner  Stift
Kremsmünster  in  Oberösterreich  besitzt  sehr
alte  Nekrologien.

Damit  schliesst  die  alte  Zeit  der  Standesregister
  in  den  österreichischen  Kronländern
  ab.

Auszug  aus  den  Bürgerhächeın  der  Stadt  Berlin.

Von  F.  K.  Liersch,  Reg.-Baumeister.,  Berlin.

Gelegentlich  einer  flüchtigen  Durchsicht  ')
der  älteren  Bürgerbücher  der  Stadt  Berlin
und  der  dazu  gehörigen  Protokolle  habe
ich  daraus  die  folgenden  Daten  entnommen.
Vielleicht  interessiert  eins  oder  das  andere
auch  weitere  Kreise.

Peter  Thiele,  Bäcker,  hat  den  Bürgermeistereid
  Dienstag  nach  Quasimodogeniti
1581  geleistet;  er  ist  gestorben  1585.

In  Berlin  wurden  Bürger:

1561.  George  Thiele,  Schneider.

1563.  Jakob  Zernick.

1567.  Stephan  Obhnesorge,
von  Tempelhof.

Jürgen  Stolle,  Bäcker.

1571.  Gregorius  Thiele.

1575.  Die  fremden  Tuchmacher  aus
Gera,  welche  je  1  Schock  15  g  Bürgerrechtsgeld
  erlegen:  George  Brunner,  Christoph
Asstmann  (Erhtmann?),  Barthold  Steffen;

Leinweber

!)  Im  Dezember  1905,