Der Kampf bei Sid ul Bachr, Kap Helles und Ari Vurnu 525
einfiel, ließ er die Feldartillerie spielen, nahm die zurückverlegten englischen
Linien und Eski Hissarlik unter heftiges Feuer und ging um 10 Uhr zum
Angriff über. Seine Bataillone brachen gegen Esli Hissarlik vor, gerieten
aber ins Licht der Scheinwerfer, die von den Gefechesmasten der
Kriegsschiffe bligten, und trafen auf der Höhe von Hissarlik auf die South
Wales Borderers, die sich mit Drahthindernissen umgürtet hatten und
weder schrecken noch werfen ließen. Nur im Jentrum, an der Straße Sid
ul Bachr, drang der Angriff durch und in die Ruinen des Schlosses ein,
wo d Amades Legionäre, um ihre Fahne geballt, sich wehrten, bis der
Angreifer von ihnen abließ und im Dunkel verschwand.
Marschall Liman von Sanders halte die Kämpfe von der Höhe von Krithia
verfolgt. Als der Nachtangriff mit einem halben Erfolg endete, kehrte er ins
Hauptquartier zurick, um Verstärkungen auszubieten und die rückwärtigen Verbindungen
seiner ungedeckt fechtenden Divisionen zu sichern. Das Schlachtseld
hüllte sich in Dunkel, aber auf dem Meere blinkten Tausende unabgeblendetler
Lichter — die Flotte, die keinen Feind zu scheuen hatte —, und
in der Meerenge brannte Maidos mit heller Flamme und übergoß die Ufer
und die Wasser des Hellespont von Tschanak bis Nagara mit purpurner Glut.
Der Kampf beginnt zu erstarren. Hamillon rüstet unverzagt zu neuen
Stürmen, wird aber von Sodenstern so in uruhe und Atem gehalten, daß er
nicht sofort dazu kommt, den Augriff zu erneuern. Als die Franzosen in der
Dacht auf den 1. Mai wiederum angefallen, Senegalschützen und Zuaven von
den Anatoliern in den Silberdisteln des Kerevisderetals zu Hunderten erstochen
werden, Hamilktons Flanke dadurch abermals in Gefahr gerät und britische
Marineinfanterie die Lage um hohen reis wiederherstellen muß, entstehen
tiefgehende Verstimmungen zwischen d Amade und Sir Jau. Die französische
Regierung sieht sich veranlaßt, d Amade abzurufen, der sich dem britischen
Oberbefehl von Anfang umvillig gefügt hat, und sendet General Gouraud
mit Verstärkungen nach den Dardanellen. Auch auf türlischer Seite findee
ein Wechsel statt. Liman rust Weber-Pascha von Cschanak Kale nach
Gallipoli und überträge ihm die Verkeidigung der Südfront, wo jetzt mehr
als drei Divisionen im Kampf stehen.
Erst am 5. Mai ist Hamiston wieder zum allgemeinen Vorsloß bereit.
Er gibt Befehl, Krithia und Eltschi Tepe noch einmal mit verstärkten Kräften
anzugreifen, zieht die 29. Division nach links zusammen, gliedert ihr die
Neuseeländerbrigade an und stellt d Amade — General Gouraud krifft
erstam 13. Mai ein — die 2. Seebrigade zur Verfügung, um am Kerevisdere
festen Fuß zu fassen. Nach heftigster Beschießung der türkischen Gräben
durch Marinegeschüße, schwere Artillerie und Minenwerfer gehen Eng.
länder und Franzosen gegen die Linie der 9., 11. und 4. Division vor. Der
Aulauf endet am 7. Malin den ersten türkischen Gräben, wo er im Maschinengewebrfeuer
deuescher Marineabteilungen und an der Standfestigkeit der