Full text : Württembergische Geschichtsquellen. Vierter Band. (4)

1344  Juni  23.  395

brennens  gelegen  ist,  und  ‘la  Morgen  Garten  an  des  Remsers  Baumgarten
  bei  der  Nibelgasse  gelegen,  welche  nach  seinem  Tod  an  ein
eıwiges  Totengräberamt  fallen  sollen  und  trifft  dabei  Folyende  Bestimmungen:
  das  derselbe  totengraber  in  allen  kirchofen  der  pfarre,  des
5  spitals,  aller  mannescloster  und  aller  frowencloster,  die  ytzo  zu  Esslingen
sind  oder  iemerme  werden,  begraben  soll  allermeniglich  reyche  und
arme,  gaystliche  und  weltliche,  wie  sie  genannt  sind,  sie  seyen  paurleute
  oder  geste  umbsunst  one  lon  one  alles  trinkgelte  und  one  alle
gabe  und  miet,  die  Heller  oder  Hellers  wert  sind  oder  gesin  mögen,
10  diemuetiglich  williglich  beschaidenlich  und  ebrlich  und  sonderbar
als  hernach  mit  usgenomen  worten  geschrieben  ist.  Das  ist,  das  er
ain  yeglich  grab  siben  mannes  schuche  tief  graben  sol  der  ersten
leycht,  die  man  darein  legen  will,  und  darnach  auf  die  ersten  leycht
ainen  bom')  allain  setzen  sol  und  nit  mebr,  ob  die  erste  leycht  nit
15  faul  noch  verwesen  ist,  were  aber  das  die  erste  leycht  faul  were,
so  soll  er  wider  siben  mannes  schuhe  tief  graben  als  vorgeschriben
ist  und  ob  welem  grabe  ain  stain  ligt,  den  sol  er  mit  seinem  aigen
gesinde  mit  fleisse  ablegen  und  in  dem  dreissigosten  wider  yberlegen
one  lon  und  one  allen  schaden  als  da  vorgeschriben  stet,  wan  so
20  verre,  wa  die  staine  ligend,  die  lenger  sind  denne  drey  ehlen  und
breiter  danne  ain  ehlen  und  ain  viertel,  dreyer  finger  brait  lengy
oder  braity  me,  von  dem  sol  man  im  lon  geben,  den  er  genimet,
wa  er  aber  davon  zu  vil  lones  wölte  nemen,  da  mogen  die,  der  die
staine  sind,  mit  ir  aigen  coste  die  staine  dannan  nemen  und  wider
25  uberlegen,  als  sie  wöllen.  Wa  aber  die  greber  in  gesetzten  esterich
verwirket  sind,  die  esterich  und  die  staine  sol  man  im  aufgewinnen
und  wider  zuwirken  one  allen  seinen  schaden.  Und  sol  auch  der
todengrabr  in  dem  winter,  so  die  greber  gefroren  sind,  aigenlich
holtzes  genug  geben,  das  die  staine  und  allte  greber  emphröret  werden
30  und  sol  darzu  kein  totenbritt  brennen  denn  eytel  sauber  holtz,  wann
im  darzu  sonderbar  zway  pfund  Heller  geltz  umb  holtz  gemachet
und  beterminet  sind  von  den  vorgeschriben  zwelf  pfunden  geltz  und
sol  sich  auch  sauberlichen  halten  an  dem  graben,  das  er  kain  holtz
noch  kain  bein  noch  kain  ander  unsauberkait  lasse  ligen  umb  das
35  grab,  das  den  leiten  widerzeme  sey.  Und  wenne  die  leicht  begraben
wirt,  so  sol  er  das  erdrich  gar  und  gentzlich  wider  auf  das  grab
haufen  und  den  kirchof  sauber  und  eben  machen,  als  sittlich  und
gewonlich  her  gewesen  ist,  und  soll  geflissen  sein,  wenne  die  greber

')  =  Totenbaum,  Sarg.