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ginnen, indem sie die rumänische Regierung des absichtlichen Mordes an
Wechsler bezichtigen. Bratianu versicherte mir, daß in dieser Sache die allerstrengste
Untersuchung eingeleitet. werden wird. und daß entsprechend dem
Resultat die Schuldigen der strengsten Strafe unterliegen werden. Während
dieses Gespräches entschlüpfte Brarianu sogar die Bemerkung, daß er es
tausendmal lieber geschen hätte, wenn es Wechsler gelungen wäre, in die
deutschen Schützengräben hinüber zu gelangen, als Anlaß zu diesem traurigen
Vorfall zu geben. Mir scheint, daß die erwähnten Befürchtungen Bratianus
einiger Grundlage nicht entbehren, da bereits gestern an mich Nachrichten
gelangten, daß die Verhaftung Wechslers große Unzufriedenheit ininitten
der hiesigen Juden hervorgerufen habe und von einigen Mitgliedern
des Soldatenrats in Jassy ungünstig kommentiert werde.
Poklewski.
(Iwestija vom 18. Januar 1918.)
Geheimtelegramm des Gesandtenin Rumänien.
11. Juni 1917. Nr. 613.
Infolge der in letzter Zeit häufiger werdenden Angriffe der russischen
Presse gegen die rumänische Regierung aus Anlaß der gegenwärtigen Lage der
Juden in Rumänien hat Take Joneseu gestern Jantschewezki eine lange Erklärung
über das Verhalten der rumänischen Regierung zur Judenfrage abgegeben,
die telegraphisch an die Petersburger Telegraphenagentur weitergegeben
worden ist.
gez. Poklewski.
(Prawda vom 2. Februar 1918.)
Geheimtelegramm des Gesandten in Rumänien.
Jassy, 19. Juni 1917. Nr. 132,
Die rumänischen Zeitungen haben am 31. Mai ein Verzeichnis von
33 Personen veröffentlicht, die infolge eines Urteils des rumänischen Feldgerichts
in Bakau wegen Spionage hingerichtet worden sind. Unter den erwähnten
Personen befindet sich auch der Name eines gewissen Moritz Wechsler. Es ist
mir aber gesagt worden, daß es nicht dieselbe Persönlichkeit ist, die ich in
meinem Telegramm Nr. 609 erwähnt habe. Bald darauf erfuhr ich, dab das
genannte Verzeichnis unter unseren Soldatenkomiters der rumänischeu Front
eine erhebliche Erregung verursacht habe. Die Komitees haben den Verdacht,
daß mehrere Sozialisten in dieses Verzeichnis von Hingerichteten aufgenommen
worden sind und daß somit die rumänische Regierung unter dem Vorwande
der Spionageabwehr ınit ihren politischen Gegnern abrechnet. Am 3, Juni
hat der Kommissar des Petersburger Sowjet der Arbeiter- und Soldatendeputierten
an der rumänischen Front, Stabskapitän Tiesenhausen, mir von der