Der Vortrag des Verses.
Und freu'n wir uns so herzlich
Entgegen dir zu gehn.
Entzweit mit einem Favoriten
Flog einst das Glück der Weisheit zu:
„Ich will dir meine Schätze bieten,
Sei meine Freundin du.
Mit meinen reichsten, schönsten Gaben
Beschenkt' ich ihn so mütterlich,
Und sieh, er will noch immer haben,
Und nennt noch geizig mich.
Komm, Schwester, laß uns Freundschaft schließen,
Du marterst dich an deinem Pflug.
In deinen Schoß will ich sie gießen,
Hier ist für dich und mich genug“.
Sophia lächelt diesen Worten
Und wischt den Schweiß vom Angesicht;
„Dort eilt dein Freund sich zu ermorden,
Versöhnet euch, dich brauch' ich nicht"“.
Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt,
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.
Göttern kann man nicht vergelten,
Schön ist's ihnen gleich zu sein,
Gram und Armut soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreu'n.
Groll und Rache sei vergessen,
Unserm Todseind sei verziehn,
Keine Thräne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.
Noch in meines Lebens Lenze
War ich und ich wandert' aus,
Und der Jugend frohe Tänze
Ließ ich in des Vaters Haus.
All mein Erbteil, meine Habe
Warf ich fröhlich glaubend hin,
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