Neuere oberſtrichterliche Erkenntniſſe. 119
a. O. Nr, 1 lit. c, wo auf das gem. R. für den
Fall verwieſen wird , wenn der locator operarum
ſeine Dienſte anderweitig verwerthen konnte. Nach
gem. R. nämlich -- fr. 198.9, 10 D. 19,2, fr. 4
D. 1, 22; Windſcheid, Pand. Bd. 2 8. 401 und
Note 7; Seuffert, Ar<. VU] Nr. 253, X11 24 --iſt
der locator operarum, auch wenn der conductor
Schuld daran iſt, daß die verdungenen
Dienſte unterbleiben, nur dann und nur inſoweit
einen Schadenßerſaß vom conductor zu verlangen
bere<tigt, wenn und als er ſeine verdungenen
Dienſte anderweitig gar nicht oder nicht in gleichem
Maße verwerthet hat. Gleiches iſt auch in den
allegirten Anm. z. bayr. Ldr. geſagt. Urth. vom
10. Febr. HVNr. 5322.
Erbrecht. Erbrecht in Folge Arrogation,
Bayr. Landrecht. Klara N. hatte eine außereheliche
Tochter A., welche, als Erſtere ſich mit G. A.
verheirathet hatte, von dieſem arrogirt wurde und
denſelben beerbte. Al8 nun die arrogirte A. ohne
Deſcendenz geſtorben war, machten auf deren Nachlaß
AnſpruFß eine S. als zweibändige Schweſter
des G. A. auf Grund eines durch die Arrogation
begründeten Agnaten - Verhältniſſes und des damit
gegebenen Erbrechts, und der k. Fiskus, weil der
fragliche Nachlaß bonum vacans ſei. Nun klagte
die S, gegen den k. Fiskus8 auf Anerkennung ihres
Erbrechts, es wurde jedoch die Klage abgewieſen,
die dagegen eingelegte Berufung verworfen, und
au<g die de8halb erhobene Nichtigkeit8beſchwerde
blieb erfolglo8. In den oberſtrichterlichen Entſcheidungs8gründen
heißt es:
Die bürgerlihe Verwandtſchaft entſteht zwar
durch die Arrogation, allein nur unter den in Th. 1
6. 4 8. 5 Nr. 14 aufgeführten Perſonen, unter denen
ſich die Geſchwiſter des Arrogators nicht befinden.
Eine weitere Art der Verwandtſchaft außer der na-