Kap. VIII. Die Germanen. 67
waren diese andern auch Gaufürsten, primores gentis. Hist. IV
13, 14. Im vierten Jahrhundert nannte Ammian 16, 12, 45 die
Heerführer der Bataver Könige, Batavi cum regibus.. Der Kannenefate
Brinno war von hochberühmtem Adel, claritate natalium
insigni. Hist. IV 15. Der Treverer Klassikus stützte sich auf
seinen alle überragenden Adel und Reichtum, denn königlich
war sein Geschlecht und in Krieg und Frieden waren seine Ahnen
berühmt. Classicus nobilitate opibusque ante alios; regium illi
genus et pace belloque clara origoe. Hist. IV 58.
Aus diesen königlichen Geschlechtern wurde Italikus zum
Stammkönig, Brinno zum Stammherzog, wurden Civilis und Klassikus
zu Herzögen des grossen batavischen Bundes gewählt.
Die Geschlechter sind adelige Gaugeschlechter, ihre Häupter
Gaufürsten (Segimer, Civilis neben den Primores der Bataver),
das Gaufürstentum geht von Generation zu Generation, ist also
(vorbehaltlich der Wahl) erblich.
Durch Adel und Ruhm ihrer Vorfahren, durch Einfluss,
Macht Gund lanz nähert sich einerseits ihre Stellung im Gau der
der Könige im Stamme, andererseits überragt sie die der übrigen
Gaufürsten des Stamms. Die so Ausgezeichneten sind keine
Könige, aber ihre Stellung ist königlicher Art, sie ist tatsächlich
aber nicht rechtlich, und überträgt sich so auf Geschlecht und
Nachfolger.
Nach diesen Darlegungen fallen die reges unter den erweiterten
Begriff der principes, die principes regiae stirpis unter
den erweiterten Begriff der reges. Ihre Begriffe sind keine absoluten
Gegensätze, sondern gehen ineinander über.
Monarchischer Charakter des Gemeinwesens.
Sucht man den Charakter des Gemeinwesens festzustellen,
wie er sich nach den Begriffen von reges und principes ausprägt,
so mag man von dem unzweideutigen der reges ausgehn.
Wenn reges und principes auch Verwandtes haben, so stehn
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