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die gründung einer republik Schiller 1, 309; jetzt
mit Beisinne (vgl. grunder): durch grundungen zu vermagen
gekommen; verkrachte grundungen.
Grünen, grün sein oder werden; mhd. gruenen im
Sinne von grün machen, während gruonen — grün.
werden: die letztere Bed. geht nach dem 13. Ih. auf die
erstere Form über: uer, uirescere grunen, grunen
Dies.; von Pflanzen: dax er (der Ulmbaum) gar gern
prucuct Megenberg 353, 27; (der Weinstock) gruncte,
wuchs und bluete 1. Mos. 10, 10; ein grunende tanne
Hos. 14, 9; das ganze land grunet Glosse zu Ps. 89, 13;
die wiesen grunen Stieler; lorbeer . der auf dem
deutschen Pindus selbst gegrunt Schiller an Goethe;
sinnend bricht er eine rose vom stocke, der am simse
gxrunt Lenan ölo; von andern Dingen: wie diese
wangen grunen! wie blau der weile mund Wieland
Amad. 7, 27; in Vergleichen und Bildern: die gereobten
werden grunen wic ein blat Spr. Sal. 11, 28; im tbale
grünet hoflnungsgluck Goethe Faust I: da sicht man,
wem dns glucke grunet Lichtwer Fab. 2, 7; fleehte
sich kränze, wem die locken noch jugendlich gronen
Schiller Br. v. Mess. 903; ewge jugend grunte mir
uns haupt Grill parzer 3, 206. — Grünitz, m. Name
des Kreuzschnabels, einer Vogelart: auch Name einer
Pflanze, des wilden Ginsters. — grüulich, älter grünlicht,
ins Grüne sallend, grüner Farbe ähnlich: grünlacht,
zum teil grun, suhr#rschis Maaler; die taube
mit grunlich goldber haube Boie 315; gebildet von
schlamm . . und der verwesung grünlichem moder
Grillparzer 1, 46; eine leise grunliche tinte (Färbung
des Berges) Keller Werle §,223. — Grünling, m.
Name des Grünfinken, des wilden Ginsters, einer Birnenart
und eines grünen Blätterschwamms; auch spottende
Bezeichnung eines grünen Jungen., Laffen. «
Grunzen, einen Ton von sich geben wie ein Schwein,
auch ahd. mhd. grunzen, Iterativbildung zu einem nicht
bezengten krunuen, das zu griunen (s. unter grinsen)
in nächster Beziehung steht: grunnire grunezen Dief.;
grunzen, ruchlen, wie ein schwein Henisch; sehlaf
unter dem grunzen der schweine Senme m. Sommer
grünen — Gruß.
36; von Personen und Dingen: darnach wollen 8e7
schmollen und grunzen Luther v. Schem Hamphoras
1543; gibt nit vil auf der romanisten runzen und
grunzen v. d. Bapstum 1520; ach bimmel! grunzxt er,
wirds noch schlimmer Günther 167; die bebaglich
grunzende baszgeige Hevse Par. 2,242.
Gruppe k. malerische Anordnung von Personen oder
Diugen, Ausdruck der bildenden Kunst, im Anfang des
18. Ih. aus dem Romanischen berübergenommen (zuerst
im fremden Gewande: der Laoeoon eine zusammengeseizte
groupe odor groppo von drei äguren Hübner
Handlungslex. 820), bald eingebürgert und freier veriller
1, 274:
in starren schrecklichen
wendet: gruppe aus dem Tartarus Schil
die ganze versammlung
gruppen Fiesko 2, 11; menschen stehen in gruppen
umher; baum-, berg-, blumen -, felsengruppen; anuch
von Zweien: wohin man sah, stand die verliebte grupbpe
Wieland Perv. 2, 309; in der Heerspr. — Sektion
der Schützenlinie Ex. Regl. 30. 51. — gruppieren, in
Gruppen teilen oder anordnen: die figuren sind vortreulich
gruppirt Adelung; früher auch intranf.
Gruppe bilden, als Gruppe steben: eine tigur, die mit
dem tode gruppiren soll Lessing 8, 255.
Grus, m. u. für graus (s. d.), Schutt, Geröll: aus
erde, grus, gerill. geschieben Goethe Div. v. 15; wie
sund und grus Wanderj. 3, 6. — gruseln, für grauseln
(s. d.): ich gehe mebt dabin, es gruselt mir Grimm
Märchen Nr. 4; gruselnd kraut sie ihm die borsten
Keller Werke 10, 171.
Gruß, m. freundlicher bewillkommnender Auruf oder
solche Gebärde: mbd. gruo, erst bier aus dem Verbum
gruegen hervorgebildet; zufrühest in der Bed. des Ent-270
gegentretens überhaupt, auch des seindlichen: dot in
Vintlichen gruog Nib. 1724: c ist ein ungeliekes grucs
.. daz ich von friunden scheiclen muoz Minnes. Frühl.
214, 23; wovon noch als Nachklang: o herr. verzeiht
den rohen grusz Goethe Faust 1; bald eingeengl auf
unsern heutigen Sinn: der gucte gruo, der vreut den.
gast, swenn er in gät Minnes. Frühl. 25, 5; dõ si mich
sach, din guct mir neic: den grucz mit vorten si
versweic Lichtenstein 33, 16; Aloxander entbeut seinem
bruder Jenathe seinen grus 1. Mace. 10, 18; eueh
unsern grus sagen 12,17; als Elisabeth den grus Maria
höret Luc. 1, 11; mein grus mit meiner PTaulus band
Col. 4, 15; grusz um grusr Stieler; jemundem einen
grusz mitgeben, grusze bestellen; als Formel: gott
zum grusz!;: dem liebchen grusz und kusz! Goethe
Faust I; mit einem kälteren und förmlicheren grusz
Hauff 11,171; aufgethan wird ihm die pforte mit
einem gastlich milden grusz Lenau 476; gesandte
bringen grusz und bieten freundschaftshund Grillparzer
5, 23; der englische grusz, Gruß des Engels
an Maria (Luc. 1, 28), und die dabei gefprochenen Worte:
d#n englischen grusz beten; auch die Darstellung: dus
altarbild zeigte den englischen grusz, von roher band
gemalt Keller Werke 2, 211; grusz der schiffe burch
Abgeben von Schiissen oder Streichen der Flagge; beim
einlaufen des kaiserlichen zuges donnerten die geschutze
ihren grusz. — grüßen, mit Wort und Gebärde bewillkommnen;
westgerm. Wort in verschiedener Bed., altengl.
grtun eindringen auf einen, angreisen, ansprechen, altsächs.
grötian anreden, ahd. gruozan, gruogen, angreifen,
reizen, anrusen, mhd. grüczen, angreisen, herausfordern,
anreden, feindlich und freundlich; ursprünglich wohl nur
Wort des Kampf= und Gerichtslebens, bezeichnend das
Angreisen des Gegners, während dabei eine seststehende
Fornel ausgesprochen wurde; im Ablaute zu dem Verum
steht grasz (s. d.), das einst auch auf die Kampfwut
Bezug hatte; bei der allmählichen Verblassung des
Verbalbegriffs trat die den Angriff begleitende Rede in
den Vordergrund, die den Sinn einer Ansprache schlechtbin,
dann einer freundlichen empfieng. Die alte feindliche
Bed. ist bis über das Mhd. hinaus geblieben zumal
in dem Rechtsausdruck kampflich gruszen, zum
gerichtlichen Zweikampf fordern: grusit man einen
kemptlichin Magdeb. Blume 1, 46; kämpferlich gruszen
Stieler; — aufhetzen, anhetzen: sol sin horn niht
blüsen in dem forste noch sine hunde niht gruczen
Schwabenfp. 197, 5; sonst — ausprechen, in freundlicher
Weise, bittend (vgl. begrüszen): dé wolde er mht buegen
und got mit nibte gruezen Warnung 3082; sind viel
andere (Concilia) gewest .. velche den bischoff zu
Rem nicht zuvor haben drumb gegruszet Luther wid.
das Bapstum 1515; gar manchem thut das gluck hegegen
er weisz es aber nit zu gruszen BWaldis
Esop 2, 21; in neuerer Spr. noch — aufprechen mit
ehrender Bezeichuung: wen wird man nun berr schulze
gruszen? Gellert Fab. 2, 1; mein vater .. gruszte
sie (seine Bauern) bruder und kinder Schiller Räub.
2, 2; unsre seelen gruszten sich verwnudte Platen
Sonette 20: endlich = ansprechen mit einer bewillkommnenden
oder heilwünschenden Formel oder Gebärde:
mich gruczet mancher träge, der mich 6 kunde wol
Waltber 123, 13; und nicht dankest, wenn man dich
gruszt Sir. 41, 24; gruszet ju von meinet wegen freundlich
1. Sam. 25, 5; gruszet euch unternander mit dem
heiligen kus Röm. 16, 16; ich J’aulus grusze euch mit
meiner band 1. Cor. 16, 21; wir gruszen also unf
deudsch, guten abend, gluek zu cto. Glosse zu Matth.
256, 49; darum gruszet man bona dies Garg. 78; Ihr
mann.. läszt Sie gruszen Goethe Faust!: ich, der
vernunftige, grusze zuerst Schiller Br. v. Messina;
als Formel gott grusz dich"; sprichwörtlich: gott gruszet
mmanoben, der ihm micht dankt; in stehenden Wendungen
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grüßen.
v