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überliefert. „Da der Graf Brühl,“ also meldet der König dem
General Keith,“ 1) nahe bei Leipzig zwei oder drei Landgüter hat:
so würde es mich sehr freuen, wenn Sie den Oberstl. Meyer mit
seinen Freicompagnien dahin schickten, damit er dort einigen Lärm
anrichte. Das muß jedoch unter seinem eigenen Namen geschehen,
und ich für mich will es nicht wissen.“ Freilich, wendet man uns
ein, der König und der Graf Brühl haßten einander. In der
That, es ist nicht zu leugnen: sie haßten einander.
Eben so sehr scheint der König die Stadt Leipzig gehaßt zu
haben, und sein Verfahren gegen dieselbe ist in dieser Hinsicht
sehr belehrend. Jahr auf Jahr und vielleicht noch öfter traf seine
schwere Hand auf diese Wehrlosen. Wir sehen ihn dort walten
im Winter 1758. Am 2. Januar gebot er., 2) daß die Winterquartiergelder
für die Offiziere der Garde aus Leipzig bezahlt
würden, ferner dieselben Gelder für andere Truppen. Diese lagen
nicht dort. „Dabei ist es meine Absicht, daß Ihr diese Gelder auf
die reichsten katholischen Bürger eintheilt, damit sie solche bezahlen
müssen, weil sie bis dato nichts bezahlt haben.“
Sollte vielleicht das den Krieg zum Religionskriege stempeln?
Die Kaufmannschaft reichte sofort eine flehende Eingabe unmittelbar
bei dem Könige ein. Zur Antwort erfolgte an den General
Tauentzien der Bescheid: „Weil die Kaufleute dort einpacken
und wegschicken wollen: so ist nichts zu thun, als daß ihr die
Gelder von denselben insgesammt mit der stärksten Execution beitreibt
und darunter nach der größten Rigueur verfahret.“ Dem
bittenden Rathe von Leipzig ward die Antwort: weil die Franzosen
Halberstadt verwüsten: so wolle er Gleiches mit Gleichem vergelten.
Danach werde er sein Betragen einrichten. Je mehr
Schaden die Feinde thun, desto mehr wird die Stadt Leipzig bezahlen
müssen.
1) Preuß: Urkundenbuch II p. 8. — 2) Preuß: Urkundenbuch V. p. 124.