Volltext : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

1102  Schwaben  u.  Neuburg.

goldenen  Hahn  links  im  blauen  Felde  und  endlich  aus  einem  unten  auf  grünan
  Grunde  liegenden  rothen  Herzen.  Egg,  Psarrdorf  im  Landkapitel  Ottobeuern
  an  der  Günz,  gehörte  mit  dem  Kirchensatze  dem  Stifte  Ottobenern,
welches  denselben  aber  den  8.  Februar  1304  dem  Bischofe  Degenhard  und
seinem  Stifte  überließ,  dem  er  dann  1318  von  Bischof  Friederich  I.  einverleibt
  wurde.  Eisenburg,  Dorf  mit  einem  gegenwärtig  dem  Freiherrn  von
Pflumern  gehörigen  Schloße,  zu  Amendingen  filialisirt,  auf  einer  mäßigen
nordöstlich  von  Memmingen  gelegenen  Anhöhe  mit  einer  wundervollen  Fernsicht
  in  die  Allgäuer-Alpen  und  in  das  wirtembergische  Oberland,  hatte
früher  eigenen  gleichbenannten  Adel,  von  welchem  unter  Heinrich  von  und  zu
Eisenburg  1455  diese  Herrschaft  aus  Eisenburg,  Grünenfurt,  Trunkelsberg
und  Amendingen  bestehend,  kaufweise  an  Jörg,  Mang,  Hans  und  Joseph  die
Sättelin  von  Memmingen  gelangte.  Nach  des  Christoph  Sättelin  Tod  fiel
1033  Eisenburg  an  seinen  Tochtermann  Sebastian  Reichlin  von  Meldegg  um
25000  fl.  und  am  1.  Aug.  1580  kam  diese  Herrschaft  von  Eberhard  Reichlin  um
60000  fl.  an  die  Stadt  Memmingen,  1602  von  dieser  an  Hans  Eitel  Neubronner,
  Bürger  in  Ulm,  dessen  Antheil  1708  das  Unterhospital  in  Memmingen
  erwarb,  welches  drei  Viertheile  der  Herrschaft  innehatte,  während  die
Patricier  Herrmann,  Zoller,  Unold,  Heuß,  Lupin  2c.  nur  ein  Viertheil  besaßen,
  wovon  letzterer  seinen  Antheil  1804  an  die  freiherrlich  von  Pflumernsche
  Familie  verkauste.  Im  Jahre  1816  in  Folge  allerhöchsten  Rescriptes
vom  20.  August  wurde  genehmigt,  daß  das  Patrimonialgericht  Eisenburg
durch  den  Freiherrn  von  Herrmann,  der  die  gutsherrliche  Gerichtsbarkeits-Rechte
  zu  vertreten  hatte,  in  ein  Ortsgericht  verwandelt  werde,  wohin  Eisenburg,
  Schwaighausen,  Unterhardt,  Grünenfurt  und  Amendingen  gehörten.
Engetried,  Pfarrdorf  im  Landkapitel  Ottobeuern,  gehörte  zum  Gebiete  des
Reichsstiftes  Ottobenern,  kam  jedoch  durch  Tausch  unter  dem  Abte  Wilhelm
von  Lustnau  im  Jahre  1466  an  Hans  von  Stain  von  Ronsberg  und  1746
von  dieser  Familie  durch  Kauf  wieder  an  das  Stift  Ottobeuern,  bis  die  Säkularisation
  es  an  Bayern  brachte.  Erkheim,  ein  schöner  großer  Ort  aus
zwei  Pfarreien,  einer  kath.  Untererkheim  und  einer  protest.  Obererkheim  bestehend,
  war  zwischen  Ottobeuern  und  Memmingen  getheilt,  jedoch  so,  daß
ersteres  den  größern  Ortsantheil  und  die  Administration  zwei  und  einviertel
Jahr,  Memmingen  dagegen  nur  dreiviertel  Jahre  in  Händen  hatte.  Frauenzell,
  Pfarrdorf  im  Landkapitel  Legau,  gehörte  zum  Stifte  Kempten,  welches
der  Reichsstadt  Leutkirch  den  Kirchensatz  lehnweise  überließ,  aber  auf  Bitten
des  Bischofs  Faber  zu  Wien,  eines  gebornen  Leutkirchers,  dieser  Stadt  denselben
  gänzlich  zueignete.  Gegenwärtig  steht  das  Patronatsrecht  dem  Könige  von
Bayern  zu.  Frechenrieden,  Pfarrdorf  im  Lankkapitel  Ottobeuern,  gehörte  zum
Gebiete  dieses  Klosters  und  die  Pfarrei  wurde  von  dem  Bischofe  Eberhard
von  Augsburg  1411  mit  dem  Reichsstifte  vereinigt  und  diese  Einverleibung
vom  Pabste  Martin  V.  1421  bestätigt.  Frickenhausen,  protest.  Pfarrdorf,