Metadata : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierzehnter Band. (14)

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willen  verlangte,  in  welchen  der  Kardinal  mit  dem  Herzog
stand,  so  erklaͤrte  doch  endlich  die  nene  Gouvernantin:  „der
Kardinal  sey  ein  Narr,  der  alle  Welr  mißhandle,  dem  man
sich  also  nicht  aussetzen  koͤnne.“  Madame  de  Conflans  war
keine  Dame,  die  in  solchen  Fällen  wagen  wollte.  So  artig
sie  nämlich  war,  so  viel  eruste  Würde  besaß  sie  doch;  dabei
hatte  sie  Witz  und  viel  geraden  Verstand.

Unterdeß  man  lachte  sie  aus  über  ihre  Befürchtungen,
und  man  stellte  ihr  vor,  daß  sie  gewiß  nichts  Unangenehmes
vom  Kardinal  zu  erwarten  habe,  weil  sie  nichts  von  ihm  zu
bitten  hätte,  daß  es  nothwendig  ibm  schmeicheln  müsse,  wenn
sie  ihm  selbst  die  Nachricht  gebe  von  der  Sielle,  die  ihr  der
Herzog  anvertraut  habe.  So  entschloß  sie  sich  denn  endlich.

Sie  ging  denn  also  nach  der  Mittagstafel  zu  Versailles
in  das  große  Kabinet,  wo  der  Kardinal  seine  Besuche  annahm,
  seine  Audienzen  gab.  Acht  bis  zehn  Personen  warteten
  daselbst,  um  mit  Seiner  Eminenz  zu  specken,  und  Seine
Eminenz  unterhielten  sich  gerade  mit  einer  Frau  bei  dem  Kamin
  auf  eine  sehr  freie  Art.  Wie  bange  wurde  es  nun  nicht
Madame  von  Conflans!  Die  gute  Dame  war  für  sich  schon
klein,  und  wurde  nun  aus  Furcht  noch  kleiner.

Doch  näherte  sie  sich  endlich,  wie  jene  Frau  abging.
Sobald  sie  aber  der  Kardinal  sah,  ging  er  ihr  entgegen  und
sragte  sie  lebhaft,  was  sic  wolle.  „Monseigneur,  sagte  sie  ...
Oh!  Monseigneur  ..  Monseigneur,  unterbrach  sie  der
Kardinal,  das  kann  nicht  seynn  ..  mais  Monseigncur  antwortete
  sie  ..  je  vous  le  dis  encore,  unterbrach  der  Kardinal
  von  Neuem,  duand  je  vous  dis  due  ccla  ne  se  pent
Das,  c'est  due  cela  ne  se  pent  pas.  Monseigneur,  wollte
Madame  de  Conflaus  noch  einmal  anfangen,  um  zu  sagen,
daß  sie  nichts  verlange;  der  Kardinal  nahm  sie  aber  bei  beider