82
willen verlangte, in welchen der Kardinal mit dem Herzog
stand, so erklaͤrte doch endlich die nene Gouvernantin: „der
Kardinal sey ein Narr, der alle Welr mißhandle, dem man
sich also nicht aussetzen koͤnne.“ Madame de Conflans war
keine Dame, die in solchen Fällen wagen wollte. So artig
sie nämlich war, so viel eruste Würde besaß sie doch; dabei
hatte sie Witz und viel geraden Verstand.
Unterdeß man lachte sie aus über ihre Befürchtungen,
und man stellte ihr vor, daß sie gewiß nichts Unangenehmes
vom Kardinal zu erwarten habe, weil sie nichts von ihm zu
bitten hätte, daß es nothwendig ibm schmeicheln müsse, wenn
sie ihm selbst die Nachricht gebe von der Sielle, die ihr der
Herzog anvertraut habe. So entschloß sie sich denn endlich.
Sie ging denn also nach der Mittagstafel zu Versailles
in das große Kabinet, wo der Kardinal seine Besuche annahm,
seine Audienzen gab. Acht bis zehn Personen warteten
daselbst, um mit Seiner Eminenz zu specken, und Seine
Eminenz unterhielten sich gerade mit einer Frau bei dem Kamin
auf eine sehr freie Art. Wie bange wurde es nun nicht
Madame von Conflans! Die gute Dame war für sich schon
klein, und wurde nun aus Furcht noch kleiner.
Doch näherte sie sich endlich, wie jene Frau abging.
Sobald sie aber der Kardinal sah, ging er ihr entgegen und
sragte sie lebhaft, was sic wolle. „Monseigneur, sagte sie ...
Oh! Monseigneur .. Monseigneur, unterbrach sie der
Kardinal, das kann nicht seynn .. mais Monseigncur antwortete
sie .. je vous le dis encore, unterbrach der Kardinal
von Neuem, duand je vous dis due ccla ne se pent
Das, c'est due cela ne se pent pas. Monseigneur, wollte
Madame de Conflaus noch einmal anfangen, um zu sagen,
daß sie nichts verlange; der Kardinal nahm sie aber bei beider