Full text : Die Frau als Hausärztin.

Lauglebigkeit  und  Tod.  265

vergessen?  Müssen  wir  nicht  vielmehr  auch  sein  Wesen  ergründen,  um  ihm
gegebenen  Falles  gerüstet  gegenüber  zu  stehen?  Ja,  das  müssen  wir,  denn
es  bringt  Nutzen  für  andere,  wenn  wir  den  Tod  kennen,  und  es  bringt  Beruhigung
  für  uns  selbst,  wenn  wir  die  Schen  vor  ihm  verloren  haben.

Die  meisten
jüngeren  Menschen
haben  das  Sterben
noch  nicht  beobachtet
  und  sind  daher
von  ganz  falschen
Vorstellungen  darüber
  erfüllt.  Diesen
  seien  hier  Aufklärungen
  gegeben.

Die  Art  des
Todes  kann  langsam,
  viele  Stunden,
selbst  Tage  anhaltend
  sein,  oder
schnell,  unvorbereilet,
  ohne  Vorboten
eintreten.  Imersteren
  Falle  ist  das
Bewußtsein  des
Kranken  meist  teilweise
  oder  auch
völlig  getrübt.  Es
ist  dies  eine  Erscheinung,
  welche
wir  zu  den  Barmherzigkeits-Ein-



  der  Natur
  rechnen  möchten.
  Der  Kranke
träumt  noch  ein  wenig  vor  sich  hin,  er  hat,  einzelne  Augenblicke  des  Erwachens
  abgerechnet,  den  Zusammenhang  mit  seiner  Umgebung  verloren,
ebenso  das  logische  Urteil  über  seinen  eigenen  Zustand.

Die  Darstellung  der  Theofophen,  daß  die  Seele  in  diesem  Zustande
den  Körper  schon  zu  verlassen  beginnt,  hat  viel  Bestechendes  für  sich.  Wer
eine  Ohnmacht  an  sich  selbst  zu  beobachten  imstande  war,  wird  dieses  Verlassen
  und  Zurückkehren  der  Seele  (Bewußtseins-Verlust  und  Wiederkehr)
deutlich  gefühlt  haben.  Auch  bei  sehr  hohem  Fieber  und  llarem  Bewußtsein

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