Metadaten : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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Ein  gluͤcklicher  Zufall,  daß  unter  allen  diesen  Chefs  und
Commandanten  kein  einziger  alter  daͤnischer  Edelmann  sich
befand.  Alle,  die  ein  Regiment  oder  Commando  hatten,  waren
  zu  Coppenhagen  auf  dem  Reichstage.

Schwerlich  würde  man  sich  aber  bei  Hofe  zu  militärischen
Demonstrationen,  wie  die  Anstalten  in  Coppenhagen  zu  seyn
schienen,  ob's  schon  eigentlich  nur  Sicherheitsanstalten  waren,
endlich  doch  noch  entschlossen  haben,  wenn  nicht  einer  der
Reichsräthe  selbst  3)  dem  Kdnig  noch  des  Morgens  frühe  heimlich
  die  Nachricht  gegeben  hätte,  daß  sich  der  Adel  unter  einander
  beredet  habe,  sobald  heute  Nachmittag  die  Leiche  des  jungen
  Rosenkranz  beigesetzt  sey,  mit  dem  Abend  sich  aus  der
Stadt  zu  schleichen,  und  so  den  Convent  zu  sprengen.

Wie  betroffen  war  also  nicht  alles,  was  zum  Club  des
Adels  gehörte,  wie  sie  schon  Morgens  frühe  neun  Uhr  alle
Ausgänge  der  Stadt  geschlossen  fanden.  Statt  zum  Leichenbegängniß
  in  die  Nicolaikirche  zu  gehen,  versammelten  sie  sich
nun  in  der  Holmskirche,  und  nach  langem  Disputiren  ward
endlich  noch  spät  Abends  durch  die  Negociation  einiger  der  altesten
  und  verständigsten  des  Corps,  die  sich  nach  der  Reichsrathsstube
  verfügt  hatten,  der  Schluß  gefaßt  und  die  Akte
aufgesetzt,  daß  dem  Kdnig  Friederich  III.  die  Krone  als  Erbkrone
  für  ihn  und  seine  männlichen  Descendenten  angeboten
werden  sollte.

Auch  che  noch  Freitag  den  12.  Oktober  der  volle  Tag  angebrochen,
  waren  schon  wieder  alle  Reichsräthe  im  Hause  des
Reichshofmeisters  versammelt.  Man  wollte  die  Akte  ins  Reine

*)  Henr.  Bielke.  Er  war  noch  nicht  gar  lange  Reichsrath,
wenn  anders  dem  Verzeichnisse  bei  Schlegel,  ganz  zu  trauen  ist.
S.  Sammlung  zur  dänischen  Geschichte  II.  B.  2.  Sf.  S.  185.