führte die politischen Unterhaltungen, soweit sie geschäftlicher Natur
waren, nach den Anweisungen seines Vaters.
Nach meiner Rückkehr aus Stambul 1889 schilderte ich dem
Fürsten auf seinen Wunsch meine Eindrücke in Griechenland, wo
meine Schwester Sophie mit dem Thronfolger Kronprinz Konstantin
verheiratet war, und in Stambul. Dabei fiel mir auf, daß der Fürst
recht wegwerfend von der Türkei, den Männern in maßgebenden
Stellungen und den dortigen Verhältnissen überhaupt sprach. Als
ich zum Teil wesentlich günstigere Momente hervorheben zu können
glaubte, half das nicht viel. Auf meine Frage, worauf der Fürst
sein so ungünstiges Urteil gründe, erwiderte er: Graf Herbert habe
sehr abfälllg über die Türkei berichtet. Der Fürst und Graf Herbert
sind der Türkei nicht hold gewesen und haben meiner Türkenpolitik
— der alten Politik Friedrichs des Großen — nicht beigepflichtet.
Während der letzten Zeit seiner Kanzlerschaft bezeichnete Bismarck
die Erhaltung der guten Beziehungen zu Rußland, dessen Zar ihm
sein besonderes Vertrauen schenke, als den hauptsächlichsten Grund
seines Verbleibens im Amte. In diesem Zusammenhange machte
er mir die ersten Andeutungen über den geheimen Rückversicherungsvertrag
mit Rußland. Bisher war ich weder vom Fürsten noch
vom Auswärtigen Amt von diesem Vertrage unterrichtet worden,
obwohl ich mich gerade mit den russischen Angelegenheiten befaßt
hatte. —
Als ich durch den frühen Tod meines Vaters zur Regierung
kam, folgte damit, wie ich schon früher hervorhob, die Generation
des Enkels auf die des Großvaters. Es wurde dadurch die ganze
Generation Kaiser Friedrichs übersprungen. Diese war durch den
Verkehr mit dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm mit vielen liberalen
Ideen und Reformprojekten gerüstet, die unter ihm als Kaiser
Friedrich ins Werk gesetzt werden sollten. Durch sein Hinscheiden
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