Full text : Neues Preussisches Adels-Lexicon. Dritter Band. I-O. (3)

96  Keöszeshy  —  Kerkow.

Keöszeghy,  die  Herren  von.

Unter  den  vielen  ungarischen  Edelleuten  evangelischer  und  reformirter
  Confession,  welche  in  die  Dienste  König  Friedrich  1.  traten,
und  in  der  ihrem  Vaterlande  eigenthümlichen  Reiterei,  in  den  Husarenregimentern,
  vortheilhafte  Anstellungen  fanden,  war  auch  ein  Zweig
der  ungarischen  und  siebenbürgischen  Familie  v.  Keöszeghy.  —  Karl
Franz  Keöszeghy-Schaumeglb,  geb.  1721  am  3.  August  auf  dem
Schlosse  Schaumegh,  ein  Sohn  des  Landrichters  zu  T'olna,  Michael
v.  K-S.  und  Katharina’s  v.  Zamori-  Schakorai,  trat  1743  aus  östreichischen
  Diensten  in  die  preussischen.  Mit  ihn  zugleich  kam  ein  älterer
Bruder  in  die  diesseitige  Armee.  Dieser  starb  1760  in  Leipzig  als
"Major,  jener  wurde  1751  Pr.  Lieutenant  und  zeichnete  sich  in  der  Schlacht
bei  Rossbach  so  aus,  dass  ihn  Friedrich  II.  als  Rittmeister  zum  Regiment
  Szekuly  versetzte.  Im  Jahre  1758  erwarb  er  sich  den  Orden
pour  le  merite,  hatte  aber  das  Unglück,  in  Böhmen  gefangen
zu  werden  und  wurde  erst  1762  wieder  befreit.  In  demselben
Jahre  ward  er  Major,  1772  Öberstlieutenant  des  v.  Czeitritz'-schen
  Ilusarenregiments,  1779  Oberst,  1785  Chef  des  erledigten  Husarenregiments
  v.  Rosenbusch  und  1786  Generalmajor.  Im  Jahre  1788
schied  er  mit  Pension  aus  dem  activen  Dienste.  Jir  war  zweimal  vermählt,
  zuerst  mit  der  verwittweten  Frau  v.  Potlioesky,  gebornen  Gräfin
Beatrix  Wurmbrand  v.  Ruswurm,  und  nach  deren  Tode  mit  Ernestine,
geb.  v.  Pannewitz,  Wittwe  des  Generalmajors  v.  Rosenbusch.  In
erster  Ehe  wurden  ihm  vier  Söhne  und  zwei  Töchter  geboren,  von
denen  ihn  jedoch  nur  ein  Sohn  und  die  Töchter  überlebten.  —  Zu
seinen  Nachkommen  gehörte  der  frühere  Rittmeister  im  Husarenregiment
  v.  Gettkandt  v.  K.,  der  im  Jahre  1821  als  pensionirter  Major
gestorben  ist.  —  Biner  seiner  Söhne  ist  der  Rittmeister  v.  K.  im  3.
Dragonerregiment  und  Ritter  des  eisernen  Kreuzes  1.  Klasse  (erworben
im  ganz  jugendlichen  Alter  in  der  Schlacht  von  Belle  Alliance).  —
Ein  Bruder  desselben  starb  vor  einigen  Jahren  als  Rittmeister  im  11.
Landwehrregüunent  zu  Frankenstein  ın  Schlesien.

Kerckerinck,  die  Ereiherren  von.
'  Dieses  alte  freiherrliche  Geschlecht  wird  auch  v.  Kerckeringk  und
Kerkeringk  geschrieben  gefunden.  Hs  gehört  Westphalen  und  den
Rhbeinlanden  an  und  zerfällt  in  mehrere  Linien,  von  denen  die  v.
Droste,  genannt  v.  Kerckeringk,  schon  in  einem  besondern  Artikel
erwähnt  worden  ist.  Eine  dieser  Linien  ist  Jie  v.  Kerckerinck  -Borg.
Ihr  gehört  der  Regierungsratli,  Freiherr  v.  Kerckerinck  -  Borg  zu,  Trier
an.  Ein  Näheres  über  diese  Familie  ersieht  ınan  im  Münsterschen
Stiftskalender  von  Jahre  1784.  Osnabrückischer  Stiftskalender  vom  J.
1773.  v.  Llattstein  I.  S.  335.  u.  f.

Kerkow,  die  Herren  von.

Ein  adeliges  Geschlecht  der  Uckermark  und  der  Neumark,  das
nach  einigen  Autoren  ausgestorben  sein  soll,  während  noch  in  der
Gegenwart  oder  doch  in  der  neuesten  Zeit  HKdelleute  dieses  Namens
im  preuss.  Heere  dienten,  namentlich  war  ein  Oberstlieutenant  v.  Kerkow
  bis  zum  Jahre  1806  Commandeur  des  3.  Musketierbataillons  vom
Regiment  v.  Arnım  in  Spandau.  Er  starb  1818  im  Pensionsstande.  —