Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1916 (93)

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eine  Annahmeprüfung  abzulegen  oder  eine  informatorische  Beschäftigung  abzuleisten.
Bei  nachträglicher  Erfüllung  dieser  Forderung  innerhalb  angemessener  Frist  sind  sie  in
das  Bewerberverzeichnis  als  Stellenanwärter  so  aufzunehmen,  als  ob  sie  sich  rechtzeitig
um  die  Stelle  beworben  und  dieser  Reihenfolge  entsprechend  die  Prüfung  abgelegt
oder  eine  informatorische  Beschäftigung  abgeleistet  hätten.  Als  rechtzeitige  Meldung
gilt  dann  für  Militäranwärter,  die  den  Zivilversorgungsschein  bereits  vor  dem  Kriege
erworben  haben,  der  erste  Mobilmachungstag  oder,  wenn  sie  erst  später  in  das  Heer
usw.  wieder  eingetreten  sind,  der  Tag  ihres  Wiedereintritts  in  den  aktiven  Militärdienst;
für  Militäranwärter,  die  den  Zivilversorgungsschein  während  des  Krieges  erworben  haben,
der  erste  Tag  des  dreizehnten  Militärdienstjahrs.

2.  §  15  Abs.  2  erhält  folgenden  Zusatz:

Während  eines  Krieges  sind  die  Militäranwärter,  solange  sie  sich  im  aktiven  Militärdienst
  befinden,  als  verhindert  anzusehen,  ihre  Meldung  rechtzeitig  zu  wiederholen.
Bei  nachträglicher  Bewerbung  innerhalb  angemessener  Frist  sind  sic  im  Bewerberverzeichnisse
  zu  belassen.

3.  §.  17  erhält  folgenden  Zusatz:

Während  eines  Krieges  müssen  jedoch  die  Stellen  so  lange  offen  gelassen  werden,
bis  sie  mit  geeigneten  Militäranwärtern  usw.  besetzt  werden  können.  Ausgenommen
sind  solche  Stellen,  die  für  die  Uberführung  von  Beamten  zur  Vermeidung  ihrer  Pensionierung
  nach  §  10  Nr.  3  in  Anspruch  genommen  werden  müssen.  Sonstige  Ausnahmen
unterliegen  der  Genehmigung  des  Ressortchefs  oder  der  zuständigen  obersten  Verwaltungsbehörde.
  Sie  müssen,  soweit  es  sich  um  Stellen  des  mittleren  Dienstes  oder  von
Militäranwärtern  usw.  erfahrungsgemäß  in  ausreichendem  Maße  begehrte  Stellen  des
Unterbeamtendienstes  handelt,  durch  die  unabweisbare  dienstliche  Notwendigkeit  bedingt
sein.  Für  jeden  Ausnahmefall  ist  nach  Beendigung  des  Feldzugs  soweit  und  sobald
als  möglich  ein  Ausgleich  vorzunehmen.