255
paar Männer, die schon Manches entschieden, Manches schon
vorbereitet hatten, vereinigten sich vorläufig mit einander, so
nachgiebig sie auch sonst in diesem Artikel seyn
wollten, auf der Clausel wegen des Adels und
wegen der graduirten Personen müßte man bestehen.)
«
Wie schlan! Herr Doktor Varenbuͤler! Herr Doktor
Wesembeck! Der Patrizier ward schou nicht mehr ge-—
dacht, die hätte man also nöthigenfalls aufgeopfert. Der
andern qualificirten Personen ward auch nicht
mehr gedacht. Auch sie hätte man aufgegeben. Nur daß
die Doktoren gerettet, nur daß das gefürchtete ausschließende
Recht, das hie und da Grafen und Fuͤrsten sich anmaßen
mochten, nachdrücklich verhindert würde!
Sie, diese cbangelischen Gesandten, waren fest entschlossen,
die Doktoren= und Patrizier-Elausel zu behaupten, und
die katholischen Legationen, deren wichtigste Männer zu wenig
Interesse gefunden haben mögen, gerade diesem Punkt zu
widersprechen, schlichen lange Zeit, bei allen Repliken auf alle
Propositionen der Protestanten, gerade hier so stille vorüber,
daß man fasi argwohnen mußte, sie alle waren in der Stille
schon einiger, als sie Decorums halber gleich anfangs zu
erklären Lust hatten.
Nie ward auch nur in Traktaten-Form vom hohen
Glanze der Kapitel gesprochen, den man durch Patrizier,
*) S. Unvorgreifl. Gedanken der Br. Kulmb. und
Wirt. Gesandten, was bei dem Puncto Gravam. endlich
in Acht zu nehmen, und wie weit zu gehen,
M. Aug. 1646, bei Mejern Tom. III, S. 347, wo die
Worte:
Art. 8. Falls dieser von den Katholischen solchergestalt nicht
acceptirt werden will, omittatur: doch die clausulam wegen der
von Adel und graduirten Personen zu behalten.