Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1849. (33)

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.  15.

Alle  durch  Verwendung  von  Truppen  zu  Reichszwecken  entstehenden  Kosten,
welche  den  durch  das  Reich  festgesetzten  Friedensstand  übersteigen,  fallen  dem
Reiche  zur  Last.

.  16.

Ueber  eine  allgemeine  fuͤr  ganz  Deutschland  gleiche  Wehrverfassung  ergeht
ein  besonderes  Reichsgesetz.

.  17.

Den  Regierungen  der  einzelnen  Staaten  bleibt  die  Ernennung  der  Befehlshaber
  und  Offiziere  ihrer  Truppen,  soweit  deren  Stärke  sie  erheischt,  überlassen.

Für  die  größeren  militärischen  Ganzen,  zu  denen  Truppen  mehrer  Staaten
  vereinigt  sind,  ernennt  die  Reichsgewalt  die  gemeinschaftlichen  Befehlshaber.

Für  den  Krieg  ernennt  die  Reichsgewalt  die  kommandirenden  Generale
der  selbstständigen  Korps,  sowie  das  Personal  der  Haupt-Quartiere.

9.  18.

Der  Reichsgewalt  steht  die  Befugniß  zu,  Reichsfestungen  und  Küstenvertheidigungswerke
  anzulegen  und,  insoweit  die  Sicherheit  des  Reiches  es  erfordert,
  vorhandene  Festungen  gegen  billige  Ausgleichung,  namentlich  für  das
überlieferte  Kriegs-Material,  zu  Reichsfestungen  zu  erklären.

Die  Reichsfestungen  und  Küsten-Vertheidigungswerke  des  Reiches  werden
auf  Reichskosten  unterhalten.

g.  19.

Die  Seemacht  ist  ausschlüssig  Sache  des  Reiches.  Es  ist  keinem  Einzelstaate
  gestattet,  Kriegsschiffe  für  sich  zu  halten  oder  Kaperbriefe  auszugeben.

Die  Bemannung  der  Kriegsflotte  bildet  einen  Theil  der  deutschen  Wehrmacht.
  Sie  ist  unabhängig  von  der  Landmacht.

Die  Mannschaft,  welche  aus  einem  einzelnen  Staate  für  die  Kriegsflotte
gestellt  wird,  ist  von  der  Zahl  der  von  demselben  zu  haltenden  Landtruppen
abzurechnen.  Das  Nähere  hierüber,  sowie  über  die  Kostenausgleichung  zwischen
  dem  Reiche  und  den  Einzelstaaten,  bestimmt  ein  Reichsgesetz.

Die  Ernennung  der  Offiziere  und  Beamten  der  Seemacht  geht  allein  vom
Reiche  aus.

Der  Reichsgewalt  liegt  die  Sorge  für  die  Ausrüstung,  Ausbildung  und
Unterhaltung  der  Kriegsflotte  und  die  Anlegung,  Ausrüstung  und  Unterhaltung
von  Kriegshäfen  und  See-Arsenälen  ob.