Full text : Die Hausgesetze der regierenden Deutschen Fürstenhäuser. Erster Band: Anhalt, Baden, Bayern, Braunschweig. (1)

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Art.  VI.

Seine  Hoheit,  der  ältestregierende  Herzog  zu  Anhalt,  sichern  Ihrer  Hoheit,
der  regierenden  Herzogin  zu  Anhalt-Bernburg,  Friederike,  gebornen  Prinzessin
  von  Holstein-Glücksburg,  während  Höchstihren  etwanigen  Wittwenstandes  eine
lebenslängliche,  in  vierteljährigen  Raten  praenumerando  zu  zahlende  Rente  von
jährlich:  Sechs  Tausend  Thalern  Preuss.  Courant,  zu,  welche  Rente  Höchstderselben
  ausser  dem  nach  den  Ehepakten  zuständigen  Witthum  zu  gewähren  ist.

Dagegen  wollen  Seine  Hoheit,  der  Herzog  zu  Anhalt,  Alexander  Karl,
für  den  Fall,  dass  Höchstdieselben  zur  Beziehung  der  ad  b.  Artikel  IV.  bestimmten
  Rente  von  25,000  Thirn.  gelangen,  von  dem  Zeitpunkte  des  Eintritts  dieser
Rente  angerechnet,  eine  Ermässigung  derselben  um  den  gleichen  Betrag  von  6000
Thlrn.  zugestehen,  so  dass  Höchstihnen  nur  19,000  Thir.  jäbrlich  zu  zahlen  sind.

Wenn  jedoch  Ihre  Hoheit,  die  regierende  Herzogin  zu  Anhalt,  geborne
Prinzessin  von  Holstein-Glücksburg,  vor  Höchstihrem  Durchlauchtigsten  Gemahle
mit  Tode  abgehen  sollte,  so  findet  diese  Ermässigung  nicht  Statt,  und  fällt  die
Anrechnung  dieser  6000  Thlr.  resp.  vom  Zeitpunkte  des  Todes  an  gerechnet  weg.

Art.  VID.

Da  die  Anlegung  einer  Steinchaussee  durch  die  Grafschaft  Warmsdorf  von
der  Bernburger  Grenze  bis  auf  das  Preussische  Territorium  vor  Aschersleben  für
Anhalt-Bernburg  wünschenswerth  ist,  so  ertheilen  Seine  Hoheit,  der  ältestregierende
  Herzog  zu  Anhalt,  die  Zusicherung,  dass  der  Bau  dieser  Chaussee  in  Angriff
  genommen  und  die  Vollendung  möglichst  gefördert  werden  soll.

Art.  IX.

Seine  Hoheit,  der  ältestregierende  Herzog  zu  Anhalt,  und  Seine  Hoheit,  der
regierende  Herzog  zu  Anhalt,  haben  Sich  wegen  der  bevorstehenden  Militär-Organisation
  vereinbart,  dass  die  Anhaltischen  Kontingente  von  Bundeswegen  kombinirt
und  als  Anhaltische  Gesammt-Truppen  in  Gemässheit  des  Bundesbeschlusses  vom
10.  Dezember  1840  in  eine  angemessene  Verbindung  mit  dem  danach  bezeichneten
grössern  Truppenkörper  gebracht  werden.

Wegen  Herbeiführung  dieser  Verbindung,  bis  zu  deren  Realisirung  die  bisherigen
  Verhältnisse  aufrecht  erhalten  werden,  behalten  Höchstdieselben  Sich  gegenseitig
  die  weitern  Anträge  und  Massregeln  vor.

Art.X.

Wenn  der  Fall  eintritt,  dass  das  Herzogthum  Anhalt  -  Bernburg  durch  Erbgangsrecht
  Seiner  Hoheit,  Leopold  Friedrich,  ältestregierendem  Herzoge  zu
Anhalt,  oder  Höchstdero  Regierungs-Nachfolger  anheim  fällt,  ertheilen  Höchstdieselben
  für  Sich  und  Ihre  Regierungs-Nachfolger  die  Zusicherung  ,  dass

1)  der  Sitz  des  Obergerichts  für  ganz  Anhalt,  oder  doch  der  Sitz  einer  andern

  gemeinsamen  Oberbehörde  in  Bernburg  sein  wird;

2)  die  Gehalte  und  Pensionen  der  Herzoglich  Bernburgischen  Hofbeamten

nach  den  Bestimmungen  des  Pensionsgesetzes  vom  13.  Dezember  1841  von
Höchstihnen  übernommen  werden  sollen,  soweit  die  Höchstihnen  aus  dem