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Ihrer britischen Majestät“ erklärt.:) In dem zu Peking 1886 geschlossenen
Abkommen willigte England ein, die alle zehn Jahre von Birma
nach China zu entsendende Tributgesandtschaft seinerscits zu übernehmen.
Die Mitglieder der Gesandtschaften sollten Birmanen sein 13) Aber
schon geraume Zeit vorher hatte die anglo-indische Regierung ihre Jühler
auch nach Norden ausgestreckt, um die Grenzstaaten des Himalaja
unter ihre Botmäßigkeit zu bringen und damit das dahinter liegende
Hochland von Tibet zu gewinnen, das, wie Lord Curzon es später bezeichnete,
„das Glacis der indischen Festung“ darstellte. Auch hier griff
man auf Schritt und Tritt in die unbestreitbaren Soheitsrechte Chinas
ein, und man tat dies um so unbedenklicher, je weniger das militärisch
schwache China sich die Verteidigung seines Besitzes angelegen sein ließ.
epal — die Heimat der Gurkhas — befand sich bereits scit dem Kriege
von 1814 in cinem Abhängigkeitsverhältnis zu Indien, obwohl man, um
China den Schein seiner Suzeränität zu lassen, die Tributgesandtschaften
von dort auch weiter nach Peking ziehen ließ — noch im Jahre 1887
erschien dort einc solche nepalesische Gesandtschaft. Im Jahre 1835 hatte
die indische Regierung die im östlichen Aepal liegende Landschaft ODardschiling
durch Pensionicrung des Fürsten an sich gebracht, und im
Jahre 1861 wurde das östlich daran schließende Sikkim, zunächst teilweise,
einverleibt, weil „die Tatsache des wachsenden britischen Einflusscs
und die Lage von Sikkim in der geraden Linie zwischen Kalkutta
und Lhassa seine Geeignetheit als Handelsstraße zwischen beiden Gebieten
nahelegen mußten“.“) Aber erst in dem 1890 in Kalkutta unterzeichneten
Abkommen wurde das englische Protektorat über Sikkim von
China anerkannt, die Regelung des indisch-tibetischen Handels jedoch —
und auf diesen „Handel“ kam es der indischen Regierung als Vorbereitung
ihrer weiteren Pläne in Tibet hauptsächlich an — blieb späteren
Verhandlungen vorbehalten. UnbeMhelligt blieb zunächst auch noch das
von Tibet und damit von China abhängige Bhuntan, das östlich an Sikkim
stößt und ebenfalls den Aufgang zu dem Hochlande beherrscht.
Wie England in den südwestlichen Außenländern Chinas, so hatte
Frankreich sich in den südlichen, auf der hinterindischen Halbinsel, im
Laufc des 19. Jahrhunderts einc breite Grundlage für seine Machtpolitik
geschaffen. Schon im Jahre 1787 war auf Auregung und unter Beibilse
der katholischen Mission zu Versailles ein Vertrag mit Annam
geschlossen worden, durch den an Frankreich für geleistete Filfe gewisse
2) Blaubuch 1886. Correspondence relating t10 Burmah Nr. 181.
3) Blaubuch 1886. China 5.
4) R. S. Gundry, China and Her Neighbours S. 395.