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3. Die Mustamins oder Ausländer, die sich unter
dem Schutze der völkerrechtlichen Verträge der Türkei
zeitweilig in der Türkei aufhalten oder aber angesiedelt
haben.‘ (Weiter oben wurde das Aman des Sultans
erwähnt und ist hiezu zu bemerken, dass eben die mit
dieser Gnade bedachten Fremden als Mustamin betrachtet
wurden.)
„4. Endlich die Harbi oder Feinde der Moslemin,
d. h. alle die Völker, die sich”nicht zum Islam bekennen.
und mit denmohammedanischen Staaten keine völkerrechtlichen
Freundschaftsbündnisse geschlossen haben.‘
Martens beinerkt noch zu dieser seiner Darstellung,
dass das Wort Harbi darauf hindeutet, dass mit diesen
Völkern Kriege geführt werden soll. (Vgl. Dar-ul-Harb.)
!)
Diese Scheidewand hatte aber auch das Gute zur
Folge, dass sich die Mohaminedaner auf Grund des
geistlichen Schereatrechtes nicht in die religiösen und
zivilrechtlichen Fragen der Freinden einmischten, so dass
diese in den meisten Beziehungen eine ziemlich freie
Selbstverwaltung hatten. Nichtsdestoweniger war für die
Fremden die Einteilung in die Klasse der Harbi eine
ständige Bedrohung und dies umsomehr, da ‚der türkische
Kaiser‘‘, wie der Venezianer Marco Antonio im
Jahre 1573 schrieb, „keine anderen Gesetze kennt, die die
Rechtspflege, die Staatsverwaltung und die religiösen
Beziehungen bestimmen könnten, ausser dem Koran‘. ?)
Martens pflichtet diesen Ausführungen bei, indem er bemerkt,
dass „wirklich eine unteilbare Vermengung der
Religion und des Rechtes, der Moral und des Gesetzes,
der Kirche und des Staates die charakteristische Eigenschaft
des türkischen Reiches bilde‘. 3)
1. Die Vereinbarungen mit Genua und Venedig.
Als Muhamed II. Konstantinopel dem byzantinischen
Kaiser Konstantin XI. Degrades entrissen hatte, waren
es als erste die Genueser, die sich noch im gleichen,
Jahre 1453 dem türkischen Eroberer unterwarfien. Sie
wurden deshalb von ihm mit einiger Schonung behandelt,
d. h. ihre Häuser wurden nur erbrochen, aber nicht geplündert,
sie selbst wurden zu einer Kopf- und Grund-1)
Martens S. 179 ft.
2) Martens S. 178 ff.
3) Martens S. 178 it.