66 II. Städteordnung.
ihm durch das Gesetz zur Ausführung nicht überwiesen
sind, mitgetheilt werden.
§ 48. Den Stadtverordneten bleibt es überlassen,
unter Zustimmung des Magistrats eine Geschäftsordnung
abzufassen und darin Zuwiderhandlungen der Mitglieder
gegen die zur Aufrechterhaltung der Ordnung gegebenen
Vorschriften mit Strafe zu belegen; diese Strafen können
nur in Geldbußen bis zu 15 M. und bei mehrmals
wiederholten Zuwiderhandlungen in der auf eine gewisse
Zeit oder für die Dauer der Wahlperiode zu verhängenden
Ausschließung aus der Versammlung bestehen. Die
Gemeindevertretung beschließt über die Strafen, welche
gegen Mitglieder der Gemeindevertretung wegen Zuwiderhandlungen
gegen die Geschäftsordnung nach Maßgabe
der Gemeindeverfassungsgesetze zu verhängen sind. Der
Beschluß der Gemeindevertretung bedarf keiner Genehmigung
oder Bestätigung von Seiten des Gemeindevorstandes
oder der Aufsichtsbehörde. Gegen den Beschluß
der Gemeindevertretung findet die Klage im Verwaltungsstreitverfahren
statt. Die Klage steht auch dem Magistrate
zu. Sie ist binnen zwei Wochen bei dem zuständigen
Bezirksausschusse anzustellen und diesem direkt
einzureichen. Die Stadtverordneten bezw. der Magistrat
können zur Wahrnehmung ihrer Rechte einen besonderen
Vertreter bestellen 91). Versagt der Magistrat die Zustimmung,
so tritt das im § 36 vorgesehene Verfahren ein.
s1) 88 10, 11, 21 des Zuständigkeitsgesetzes. Ein Diszihlinarverfahren
kann gegen Stadtverordnete nicht eingeleitet
werden.