Friedrich List: Das nationale System der politischen Gkonomie. 40
Ganze. ÜUberall und zu jeder Seit sehen wir Schiffahrt,
inneren und auswärtigen handel, ja die Kgrikultur selbst
nur da blühen, wo die Manufakturen zu großer Blüte
gelangt sind. Wenn aber die Freiheit schon Grundbedingung
des Eedeihens der Schiffahrt ist, um wieviel mehr muß sie
Grundbedingung des GEedeihens der ganzen Manufakturkraft,
des Wachstums der ganzen Nationalproduhtivkraft
sein? Die GEeschichte kennt kein reiches, kein handel= und
gewerbetreibendes Dolk, das nicht auch ein freies gewesen
wäre.
Überall sind erst mit den Manufakturwaren innere
Transportverbesserungen, verbesserte Flußschiffahrt, Kanäle,
verbesserte Straßen, Dampfschiffahrt und Eisenbahnen, die
Grundbedingungen des verbesserten Ackerbaues und der
Sivilisation aufgehommen.
EGeschichte: Die Deutschen.
Dreußens Industrie hatte mehr als die eines anderen
Landes durch die Derheerungen des Dreißigjährigen Krieges
gelitten. Sein bedeutendes Gewerbe, die Tuchfabrikation
der Mark Brandenburg, war fast vernichtet. Die meisten
Tuchmacher waren nach Sachsen ausgewandert, und die Einfuhren
der Engländer wollten schon damals nichts aufkommen
lassen. Sum Glück für Hreußen erfolgte die
Widerrufung des Edikts von Uantes 15 und die Derfolgung
der Protestanten in der Dfalzt6 und in Salzburg 17.
Der Große Kurfürst sah auf den ersten Blich, was vor
ihm Elisabeth 18 so klar gesehen. Infolge der von ihm getroffenen
Maßregeln richtete ein großer Teil dieser Slüchtlinge
seine Schritte nach Dreußen, befruchtete den AKcherbau
dieses Landes, brachte eine Menge Gewerbe auf und
Rkultivierte Wissenschaften und Künste. Klle seine Nachfolger
traten in seine Sußtapfen, keiner mit größerem Eifer als
der große Nönig — größer durch seine Maßregel im Frieden
als durch seine Erfolge im Krieg. Es ist hier der Raum
Maurer, Qduellensammlung. II. 4