Versorgung der Dispensir-Anstalten mit Arzneien, Verbandmitteln u.s. w. 853
aber nur diejenigen Stücke ausgewählt und auf die vorgedachte Art aufgefrischt werden,
welche bei Iäugerm Lagern augenscheinlich dem Verderben unterliegen würden. Das
gl. Mil.-Ockon -Departement hat es aber, im Einveretäindniss mit mir, für angemessen
erachtet, dass nicht erst abgewartet werde, bis die in den Depots beßndlichen Verbandmittel
durch das Lagern gelitten und an Brauchbarkeit verloren haben, ehe sie
den Dispensir-Anstalten zum Verbrauche überwiesen werden, und bat daher in einem
Erlasse an die Kgl. Intendanturen vom 4 Mai 1850 erklärt, dass es angemessen sei,
die Auffrischung der in den Feld- und Belagerungs- Lazareth- -Depots vorhandenen Verbandmittel,
soweit solche für die Garaison-Luzarethe zur Anwendun
eignet sind, in eben der Weise stattfinden zu lassen, wie es hinsichtlich der wollenen
und leinenen Gegenstände in den $$ 123 seq. der Geschäftsordnung für die Verwaltung
der Garnison-Austalten vorgeschrieben ist. Wenn zehnellige Zirkelbinden erforderlich
werden, soll der Bedarf dem Kgl. Mil.-Oekon.-Departement angemeldet werden, um aus
bedoutenden, zur Disposition stehenden Vorräthen den Natural-Ersatz verfügen zu
können. Indem ich Euer Hochwohlgeboren hiervon ergebenst in Kenntniss setze, bemerke
ich ebenmässig dass das diesseitige Cirkular-Schreiben an die Herren Korps-General-Aerzte
vom 3l. August 1840 bierdurch nicht aufgehoben wird, sondern auch
fernerbin zu berticksichtigen bleibt.
7. (Erl. d. Chefs d. Mil.-Med.-Wesens vom 13. Mai 1853.) Euer Hochwohlgeboren
erwidere ich ergebenst auf das mir von Ihnen unterm 9. Mai br. man. übersandte
Schreiben der Kgl. Intendantur des 1. Armee-Korps vom 3. Mai, dass auch ich das
frühere Vorurtheil gegen die Anwendung baumwollener Stoffe auf Wunden für grösstentheils
erloschen halte. Wenn aber auch wirklich noch ein oder der andere Arzt gegen
eine derartige Anwendung baumwollener Charpie Bedenken tragen nollte, so dürften
diese Bedenken doch dann wegfallen, wenn die Charpie vor ibrer Applikation mit Salbe
bestricben wird. Da sich nun die englische Charpie zu nolchen Balbenverbänden besonders
gut eignet, so stimme ich Euer etc. vollkommen bei, dass die im Belagerungs-Lazareth-Depot
zu Thorn noch vorhandenen 40 Pfund englische Charpie am zweckmässigsten
als Charpie zu verwenden und zu dem Ende subald als möglich den Dispensir-Anstalten
zum Verbrauche zu überweisen sein werden.
8. (Cirkular an die General-Acrzte v. 20. April 1835.) Das Kgl. Mil.-Oekon.-Departement
hat mir unterm 2%. Märe mitgetheilt, dass die auf Vermehrung der vorhandenen
Vorräthe an alter Verbandleinwand und Charpie anf die im Kriegsfalle erforderlichen
Quantitliten gerichteten Anordnungen desselben nicht nur an der Schwierigkeit
der Erlangung gebrauchter Leinwand, sondern wesentlich auch darau gescheitert
seien, dass der kurrente Bedarf der Garnison-Lazarethe an diesem Material cin so
grosser ist, dass die in dem betreffenden Korps-Bereiche zur Ausrangirung kommende
Wäsche, selbst im Bereiche des Garde-Korps, wo der grösste Theil der Mannschaften
kasernirt ist, zur Deckung dieses Bedarfs verwendet wird. Da hiernach die Voruussetzong
nahe liege, dass bei der Verwendung der in Rede stelienden Materialien in den
Garnison-Lazarethen nicht mit der nöthigen Wirthschaftlichkeit verfahren werde, so
bin ich von dem Kgl. Mil.-Oekon. Departement aufgefordert worden, den Militär-Aerzten
die möglichste Sparsamkeit in dieser Beziehung auzuempfehlen, und ich ersuche daher
Euer Hochwohlgeboren ergebenst, nicht nur die Militär-Aerzte Ihres Geschäfts-Bereiches
in diesem Sinne gefälligst anzuweisen, sondern auch Ihrerseits nach Möglichkeit
darauf zu schen, dass beim Verbrauche der Charpie und alten Verbandleinwand eparsarı
gewirthschaftet werde.
8 (Erl. d. Mil.-Oekon.-Depart. v. 8. Juni 1853, Cirkular an die General-Aerzte
vom 18. Juni 1855.) Der Herr General Stabsarzt der Armee hat hier zur Sprache gebracht,
dass der erhebliche Verbrauch von alter Leinwand in den Friedens-Lazarethen
zum Theil darauf beruhe, dass namentlich die den Dispensir-Anstalten aus den Depots
zugehende alle Leinwand und Charpie von mangelbafter Beschaffenheit sei. Das Departement
sieht sich hierdurch veranlasst, der Kgl. Intendantur ernstliche Sorge dafür anzuempfehlen,
dass aus den Garnison-Anstalten nur die wirklich zu Verbandzwecken
verwendbare alte Leinwand dem Train-Depot und den Delagerungs-Lazareth-Depots
überwiesen werde, sowie, dass in diesen Depots die vorgeschriebene Auffrischung und
sorgfältige Conserrirung der Bestände an alter Leinwand und Charpie erfolge, damit
überall der etatsmässige Sollbestand an diesen Verbandmitteln, deren Beschaffung bekenntlich
eine schwierige und kostspielige ist, komplet und in völlig brauchbarem
Zustande erhalten werde. Auf die der Kgl. Intendantur dieserhalb obliegende Verantwortlichkeit
wird hierbei für die Zukunft noch besonders aufmerksam gemacht.
Seitens des Herrn General-Stabsarztes der Armee ist übrigens den Korps-General-Aorzten
neuerlich aufgegeben worden, auf möglichste Oskonomie beim Verbrauche der alten
Verbandleinwand und Charpie in den Friedens-Lazaretben binzuwirken.