Metadaten : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Uummer  118

Rosenhelmer  Anzeiger

Samstag,  22.  Mai  1913

    

 

hans-  und  Landwirschaft.

Dervermehrte  Gemüsebau.

Die  zahlreichen  Anregungen,  die  zur  Förderung
  eines  vermehrten  Gemüsebaues  von  den
vetschiedensten  Stellen  ergangen  sind,  haben
in  erfreulicher  Weise  viel  Beachtung  gesunden.
In  vermehrter  Weise  ist  in  diesem  Kriegsjahre
  Gelände  für  Gemüsebau  bestellt  worden.
  Der  größte  Erfolg  hängt  jedoch  in  erster
Linie  von  der  weiteren  Pflege  der  Ländereien
  ab.

Vor  allen  Dingen  sei  an  dieser  Stelle  auf
einen  alten  Generalfehler  aufmerksam  gemacht,
namentlich  auf  den  zu  dichten  Stond  der  Gemüsepflanzen,
  hervorgerufen  durch  zu  dichte  Saat
u.  zu  dichtes  Setzen.  Bei  zu  engem  Stand  lkönnen
  sich  die  Gemusepflanzen  nicht  genügend  entwickeln.
  Es  ist  deshalb  unbedingt  notwendig,
sie  lichter  zu  stellen,  soweit  voncinander  entsernt,
  daß  die  Pflanzen  genügend  Licht  und
Raum  gewinnen.  In  erster  Linie  trifft  das  zu
bei  dem  Gemüse,  das  an  Ort  und  Stelle  ausgesät
  worden  ist,  namentlich  den  Wurzelgemüsen:
  Karotten,  Gelbe  Rüben,  Schwarzwurzeln,
Rote  Rüben  usw.

Ausziehen  der  zu  dicht  siehenden  Sämlinge
ist  in  der  Regel  notwendig.  Saaten,  die  aonscheinend
  von  vornherein  zu  licht  stehen,  entwickeln
  sich  in  der  Regel  am  besten.  Auch  bei
jenen  Gemüsepflanzen,  die  ausgesetzt  werden,
vor  allem  bei  allen  Kohlarten,  besonders  Winter-Weißkraut,
  Blaukraut,  Wirsing,  die  grobe
und  feste  Köpfe  bilden  sollen,  ist  eo  unerläßlich,
  auf  etwas  aröhere  Entfernungen  zu  pflon.
jen,  wie  dieses  im  allgemeinen  üblich  ist,  40
zu  60  und  weiter.

Eine  andere  wichtige  Arbeit,  die  häusig  nicht
genügend  ausge  führt  wird,  ist  die  notwendige
Locker=  und  Reinhaltung  des  Bodens.  Daß
der  Boden  loder  und  reingehalten  werden  muß,
sollte  eigentlich  als  selbstverständlich  vorausgesetzt
  werden.  Unkraut  darf  auf  Gemüsegelände
nicht  geduldet  werden,  weil  es  den  Kulturpflanzen
  die  so  nolwendige  Nahrung  und  den
Raum  wegnimmt.  Weiter  lege  man  großen
Fleiß  und  Sorgfalt  auf  stete  Voderhollung  des
Bodens.  Daran  fehlt  es  häufig.  Die  Gemusepflanzen
  können  sich  nur  dort  uppig  entwilkeln,
  wo  der  Boden  stets  locker  und  fein  ge
krümmeligehalten  wird.  Es  ist  deshalb  notwen:
dig,  den  Boden,  sobald  er  Neigung  zur  Verkrustung
  zeigt,  mindestens  einmal  monatlich,
insbesonders  nach  jedem  Schlagregen  wieder
sein  zu  lockern  und  zu  krümmeln.  Auf  tiese  Bearbeitung
  kommt  es  jetzt  im  Sommer  nicht  an:
im  Gegenteil,  sie  wären  nachteilig.  Es  genügt,
die  Erdoberfläche  zu  lockern  und  fein  zu  krümmeln.
  Durch  stete  Lockerung  und  Reinhaltung
des  Bodens  verschafft  man  der  Luft  und  Feuchltigkeit
  ungehinderten  Zutritt  zu  den  Wurzeln,
wodurch  die  Entwicklung  der  Pflanzen  unge.
mein  gefördert  wird.  Eine  solche  Arbeit  ist  viel
wichtiger  wie  die  Düngung  und  die  zum  Teil
umständliche  Bewässerung.  Im  Gegenteil,  man
kann  burch  feine  Krümmelung  des  Bodens  an
Bewässerungen  wesentlich  sparen,  indem  man
durch  diese  Arbeit  die  natürliche  Feuchtigkeit  des
Bodens  und  die  Niederschläge  besser  ausnützt.

Es  ist  geradezu  erstaunlich,  in  welcher  Weise
durch  die  vorgenannte  BVodenbearbeitung  die
Erträgnisse  des  Gemüsebaues  gefördert  werden
können.  Mit  Rücksicht?  auf  die  infolge  dis  Krieges
  hervorgerufene  Teuerung  empfehlen  wir,
von  dieser  Arbeit  möglichst  viel  Gebrauch  zu

machen.
·  4  ·

Heinzen  zur  Heubereitung.

IOm  heurigen  Kriegsjahre  isi  es  besonders
nofwendig,  dafür  Sorge  zu  tragen,  daß  unsere
gesamte  Ernte  gutl  hereingebracht  wird.  Sollten
wir,  was  Gott  verhüten  möge,  noch  ungünstiges
  Erntewetter  haben,  so  ist  bei  dem  großen
Leulemangel  die  Heuernte  sehr  gefährdet.  Um
bei  schlechter  Witterung  unser  Futter,  so  gut
es  geht,  vor  dem  Verderben  zu  bewahren,  sollten
  Vorlereitungen  getroffen  werden,  daß  möglichst
  viel  Futter  aufgehängt  werden  lann.  Wenn
das  Außfhängen  an  sich  auch  mehr  Arbeit  macht,
als  wenn  das  Futter  bei  gutem  tter  am
Boden  Geeteocgnet.  wird,  so  ist  dieses  Verfahren
sicher  bei  chlechter  Willerung  arbeitsparend.
Ferner  kann  bei  einer  weniger  günstigen  Witterung
  mit  der  Erntearbeit  fortgefahren  werden
und,  was  die  Hauptsache  ist,  richtig  aufgehängtes
  Futter  ie  en#  auch  bei  längerer  Regenzeit
nicht.  Sowohl  auf  guten  Hifeln  als  auch  auf
Heinzen  kann  gutes  Futter  gewonnen  werden.
Die  Heinzen  haben  den  Vorteil,  daß  sie  leichter
  zu  hanaden  sind  und  daß  mit  ihnen  die
Arbelt  rascher  vorangeht,  sobald  man  sich  damit
  eingearbeitet  hat.

Bunle  Chreull.

Ein  Worllag  zur  Güte.  Ein  Leser
schreibt  „Erkf.  Ztg.“:  Nach  den  Berichten
der  ns  ist  jetzt  eine  amerikanische  Note

Deutschland  abgegangen,  in  der  gegen  die
englischer  Schiffe  Einspruch  erhoben
  wir  d.  Welche  Antwort  hac  liu,  .  /
für  unse  erung  s  glaude,
man  lönnt  Herre  nd  Bryan  un-*
  #tpp  E  Frn  Bescheid  sagen,  wie  ihn
lcher  vor  rt  n  auf  ein  ähnliches
Ansinnen  ert  k.  Alterdings  kam  damals  nur

 

 

eine  Vergeliungemastregel  in  Frage,  während
es  sich  heute  um  die  Ausübung  wohlberechtligter
  Notwehr  handel!.  Blücher  wollte  1815  nach
der  zweiten  Einnahme  von  Paris  die  Jenabrücke
  sprengen  lassen.  Der  preußische  Gesandte
von  der  Goltz  legte  „im  Namen  des  Ministers
Talleyrand“  Fürbitte  bei  Blücher  ein.  Blucher
antwortele:  „Ich  habe  beschloßen,  daß  Die
brülle  gesprenl  wehrden  soll  und  kan  Ewm.
hoch  Wodlgebohren  nich  verrhähen,  das  CEo
mich  recht  lib  seyn  wird  wenn  Sich  der  Mußje
Tälleran  vorher  drusssetzt,  Welches  ich  Ew.

hockgebohren  Bitte  ihm  wissen  zu  laßen.“

Ein  tragisches  Schicssal.  Die  junge
Witwe  des  auf  dem  nördlichen  Kriegeschauplatz
  verwundeten  und  in  Sger  verstorbenen
Dr.  Hugo  Zuckermann  aus  Wien  hat  sich  am
Grabe  ihres  Gatten  erschossen.  Zuckermann  ist
der  Dichter  des  von  Todesahnung  durchzilterten
  „Oesterreichischen  Reiterliedes“,  das  weil-Bin
  bekanmt  geworden  ist  und  das  mit  der
Strophe  beginnt:

Drüben  am  MWiesenrand
Loden  zwei  Dohlen  —
Fall“  ich  am  Donaufstrand?
Sterb'’  ich  in  Polen?
Was  liegt  daran?
Eh'  sie  meine  Seele  holen,
Sterb“  ich  als  Reitersmann.

Beiträge  zum  Einfall  der  Russen
in  Ostpreußen.  Ein  bemerkenswertes  Stück
aus  der  Geschichte  der  Gegenwart  bilden  die
„Beitläge  zum  Einjall  der  Russen  in  Ostpreussen“,
  die  der  Verlag  der  „Ostdeutschen  Vollszeitung“
  in  Insterburg,  ielsachen  Winnschen
entsprechend,  herausgegeben  hat.  Sie  sind  in
einer  Mappe  zusammengesügt.  In  einem  Vorwort
  und  in  einer  Inhallsübersicht  sind  ilhnen
noch  interessante  Notizen  über  Invasionserlebnisse
  in  Insterburg  beigegeben.  Der  erstere  Teil
enthält  eine  großere  Anzahl  von  Plakalen  mit
den  Besehlen  und  Verfügungen  des  von  den
Russen  eingesetzten  der###tigen  Gonvernqurs,
eines  Insterburger  Arztes,  während  der  Besehung
  der  Stadt  durch  die  Russen  vom  24.
August  bis  11.  September.  Die  Plakate  sind
auf  Anordnung  des  (Houverneurs  in  der  Druklerei
  der  „Ostdeutschen  Vollszeitung“  herge
stellt  worden.  Da  die  Schriftplatten  noch  sämtlich
  vorhanden  sind,  lonnte  der  Wortlault  in
historisch  getreuer  Nachbildung  wiedergegeben
werden.  Auch  der  Umfang  und  die  Farbe  des
Papiers  ist  dabei  berücksichtigt  worden.  Die
Befehle  und  Verfügungen  sind  tpisch  für  die
Art,  wie  das  zarische  Regiment  in  deulschen
Landen  durch  geführt  werden  sollte.  Es  jehlen
darin  nicht  Todesdrohungen  gegen  die  Bürger,
wie  die  Drohung,  die  gane  Stadt  niederzu
Urennen.  Der  weite  Teil  enthält  eine  Bertanntmachung
  des  russischen  Generals  Rennen
kampf,  in  der  allen  Einwohnern  Östpreußens
mitgeteilt  wird,  daß  jeder  dem  russischen  Heere
geleistete  Widerstand  schonungslos  und  ohne
Unterschied  des  Geschlechts  und  des  Alters  bestrast
  wird.  Die  Bekanntmachung  mag  mit  dazu
  beigetragen  haben,  daß  viele  Hunderte  von
schuldloken  Männern,  Frauen  und  Kindern  er-Lamungslos
  niedergemacht  wurden.  Eine  andere
  Belanntmach  ung  ist  gegen  die  deutschen
Förster  gerichtet,  in  der  ihnen  wegen  ihrer  angeblichen
  Beteiligung  an  feindlichen  Hondlungen
gegen  die  russischen  Truppen  mit  ichwersten
Strafen  gedroht  wird.  Daß  die  Russen  ihre
Drohung  walr  gemacht  haben,  ist  in  den  Bei
trägen  nach  amtlichen  Quellen  in  cinem  Falle
mitgeteilt:  sie  haben  einen  deutschen  Oberförster
  in  der  Nöhe  der  Stadt  erschossen.  Nicht
uninteressant  sind  auch  die  in  Insterburg  verbreiteten
  neun  unwahren  russischen  Kriegstelegramme
  und  die  Uebersengung  eines  Aufrufs
des  russischen  Oberbesehlshabers  der  Armee
und  der  Flotte  an  die  Polen.  Im  drilten  Teile
befinden  sich  Aufzeichnungen  des  ehemaligen
Gouverneurs  über  seine  Verhandlungen  mit
Rennenkampf,  ein  Stimmungsbild  eines  Augenzeugen
  über  die  Stellung  von  Insterburgern
als  Geiseln  der  Russen  und  Mitteilungen  aus
der  Insterburger  Stadtverwaltung  während  der
Invasionszeit.  Die  Mappe  mit  den  Beiträgen
ist  zu  beziehen  vom  Verlage  der  „Ostdeutschen
Volkszeitung“"  in  Insterburg  und  kostet  beim
Bezuge  durch  die  Post  2.20  Mk.

Stäbt.  Arbellsams  Nofenheim.
9#
vorm.,  2—
ich  #  2—5  Uhr  nachmittags.

Offene  Stellen:  Hier:  1  Oclonomieluecht,
  10  Schlosser,  1  Spängler,  1  Säger,
Faig  1  jung.  Metger,  I  selbständiger  ,

2  Schuhmacher,  2  Schneider,  1  Frifeur,  1
Pauemesster,  2  Stall=  und  Feldmägde,  1  Herdmädchen,
  1  Büglerin,  2  Taglöhnerinnen,  1
Aushilfsköchen.  Auswärts:  2  Oekonomiebaumeister,
  1  Stall=  und  4  Unterschweizer,  93  Feldknechte,
  5  Sußtrinechte  8  Dienstbube  8  3  Steinmetze,
  5  Torfstecher,  1  Mechaniker,  6  Wagner,
4  Schmiede,  2  Spängler,  6  Sattler,  1  junger
Bgrinden  2  Gangsäger,  2  junge  Schreiner,

1  Bierbrauer,  4  Metzger,  2  Friseure,  2  Schuh-.ckhneider,
  2  Anstreicher  und  Lak.
kierer,  1  Maler,  Erdarbei  ter;  1  Almerin,  50
Stall-  und  Feldmägde,  2  Hausmägde,  3  Privatköchinnen,
  1  Pensionatsköchin,  1  Zi  mmer·
mädchen  (muß  Stärkwäsche  bügeln  können).
Reklame.  *s:

 

 

Der  Weltkrieg.

Der  Bericht  aus  dem  Großen  Hauptquartier
war  bis  Redaktionsschluß  um  3.15  Uhr  noch

nicht  eingetroffen.
Jalien.

Aus  der  Kriegstagung  der  ital.
Kammer.

WTBE.  Rom,  21.  Mai.  Nach  Barzilai  sprach
Turati  und  begründete  ausführlich  die  abweichende
  Meinung  der  offiziellen  Sozialisten.  Der
Republikaner  Collajanni  ver#chtete  auf  das
Wort  mit  dem  Ruf:  Es  lebe  Italien!  (Wiederholter
  Beifall.)

Ciccotti  (Soyialist)  sprach  im  Namen  der
anderen  Sozialisten  und  erllärte,  als  Bürger
und  als  Sozialist  glaube  er,  der  Aktion  der
Regierung  keine  tatsächliche  oder  moralische  Hinderung
  bereiten  zu  dürsen  (Beifall).  Wir  befinden
  uns  angesichts  eines  Verteidigungskrieges.
  (I!)  Die  Sozialisten,  in  deren  Namen  er
spreche,  hofften,  daß  ein  erneuertes  Europa  aus
diesem  Kriege  hervorgeben  werde  und  daß  man
zu  der  so  sehr  gewünschten  Abrüstung  kommen
werde.  Sie  wollten  den  Fortschritt  der  Ziovilisation
  von  seinen  Hindernissen  befreien.  (Beisall.)


Nach  der  Abstimmung  ergriff  der  Kammer
präsident  das  Wort,  während  die  Miniüer  und
das  Haus  sich  erhoben,  und  sagie:  In  dieser
feierlichen  historischen  Sigung  hätte  die  Kammer
  den  geheiligten  Glauben  an  die  Erinnerungen
  Jtaliens  wiedergesunden.  Sie  eile,  ihre
Pflicht  gegen  das  Vaterland  in  dem  festen
Glauben  zu  erfüllen,  daß  die  Eintracht,  die
Fesligkeit,  die  Tapferkeit  der  Armee  und  Ma
rine  die  Einigkeit  des  Valerlandes  vollenden
mwürden.  Es  lebe  unser  Jialien!  (Sehr  lebhafter
  Beifall.)  Der  Präsident  widmete  dem
König  einige  Worte  und  schloß  mit  einem  Hoch,
das  von  der  Kammer  mit  wiederholtem  begeistertem
  Beisall  aufsgenommen  wurde.  Auf
Amtrag  des  Ministerprasidenten  Salandra  verlagle
  sich  die  Kammer  auf  unbestimmte  Zeitl.

Nach  Schluß  der  Sitzung  wurde  d'Annunzio
eine  große  Kundgebung  bereitem.  Alle  Doputierten,
  die  Journalisten  und  das  Publilum
sangen  das  Memeli-Lied  in  unbeschreiblicher
Begeisterung.

Zusammenziehung  italienischer
Truppen.

Genf,  21.  Mai.  Von  zuverlässiger  Seite
wird  aus  Mailand  berichtet,  das  in  (Genna  18
Insanterieregimenter  in  Kriegsstärke  vercinigt
seien.  (3.)

Schauplatz  der  italienischen

Kriegstätigkeit.

Genf,  21.  Mai.  Der  fran  ösische  Kriegsminister
  gab  der  Armeekommission  der  Kammer
  einen  ganz  unbestimmten  Bescheid  auf  die
Frage  über  ein  Zusammenarbeiten  der  ilalienischen
  Armee  mit  den  Franzosen  und  Engländern
  zu  Lande  und  zur  See.  Auch  auf  die
Frage,  ob  Jualien  sich  verpfli.det  habe,  spätlestens
  am  27.  Mai  mililärisak  einzugreisen.
erllärte  sich  der  Kriegeminister  nur  ganz  unbestimmt.
  In  der  militärischen  Presse  verlautet,
  daß  es  Italiens  erste  Aufgabe  sein  werde.
gemeinsam  mit  Serbien  und  Albanien  gewisse
Pläne  durchzuführen.  Der  „Eclair“  will  wissen,
  daß  ein  Zusammenwirken  der  italienischen
und  französischen  Truppen  nur  auf  das  äußherste
  beschränkt  bleiben  solle.  (3.)
Englische  Versprechungen

an  Italien.

Basel,  21.  Mai.  Nach  einer  Meldung  des
„Baseler  Anzeigers“  aus  Chiasso  erllärt  Italien
  seine  Haltung  mit  der  Drohung  Englands,
die  Euge  von  Gibraltar  zu  schließen,  falls  Jtalien
  nicht  mit  den  Dreiverbandsmächten  gehe.
Falls  es  sich  jedoch  anschlösse,  sei  ihm  ein  englischer
  Vorschuß  von  3  Milliarden  Lire  und
die  Garantie  für  den  ungeschmälerten  Besitz  der
Oesterreich-Ungarn  abzunehmenden  Gebiete  angeboten,
  wogegen  es  sich  verpflichten  muß,  von
seinen  Truppen  150000  Mann  an  die  Dardanellen
  und  300  000  Mann  in  die  TChampagne
  abzugeben.  (3.)

Die  deutschen  Interessen  in  Rom.

Basel,  21.  Mai.  (Agence  Havas.)  Es
verlautet,  Deutschland  habe  die  Schweiz  ersucht,
  die  Vertretung  der  deutschen  Interessem
in  Rom  zu  bernehmen.  (3.)

Der

 

Ein  neuer  englischer  Völkerrechtsbruch.


Berlin,  21.  Mai.  Ueber  einen  neuen  Völ
kerrechtebruch  der  Engländer  berichtet  der
Kriegsberichterstatter  W.
Rousselaere  vom  20.  Mai  an  die  „Deutsche
Tagesz##itung““  Bei  der  Fahrt  nach  den
Schlachtfeldern  von  Mpern  erfahre  ich,  daß  auf
der  stark  unter  Feuer  gehaltenen  Straße  156
bis  200  Meter  südlich  St.  Julien  ein  englisches
Sanitälsautomobil,  bestehzend  aus  Krastwagen
und  Anhänger,  gesunden  wurde,  beisen  Fuhrer
durch  das  Streufeuer  geiôict  worden  war.  Der
Anhängewagen,  der  das  Rote  Kreu  irug,  war
mit  einem  eingebauten  Mai  A  inengewehr  ar
miert,  dessen  Bedienungsmann,  ein  Schwarzer,
ebenfalls  getötel  worden  war.  Jahlreiche  Sa
nitätsmannschaften  bestätigten  mir,  daß  die
Engländer  steis  auf  sie  seuerlen,  troßdem  sie  bar
Roie  Kreu:  beutlich  erkennbar  irugen.  (3

Oesterreichischer  Minimerrar.

Wien,  2u½.  Mai.  Heule  nacht  fand?  ein
österreichischer  Ministerrat  stan.  Der  ungarische
Ministerpräsident  (braf  Tie#zu  i  hier  eingetrof
sen.  Oeurc  wurden  Stiurgtt  und  Tisia  von
Kaiser  empfangen.  (..)

Dasenglische  Parlament.

London,  21.  Mai.

ĩich  bis  zunt  ?3.  itatt  bis

Parlament!  *
Fumi  vertG
(  ,-«-




ium  1.

Kitlchener  brauch:  Reklruten
London,  21.  Mai.  Die  Blätter  -

große  Ameigen,  daß  Kitchener  neue  Soldaten

verlang:  Der  Aufruf  isl  an  allen  #aen

angesällanen.  Da  Aller  wurd’  aulent

erlölt  und  di  Gröfte  aus  Fu  #:  jolil  ler
abgesetzt.  (.)
Die  Rusisen  am  Dajeitt.

Wien,  21.  Mai.  Die  Rufsien  ubersrilten
an  einer  Stielle  den  Dnjeur.  Cs  in  seugeseln,
daß  in  ihren  Reinen  Truppen  flehen.  weick
von  der  Altion  gegen  den  Bosporus
gerogen  wurden.  (.1.0

Die  englisä,n

Porltugal.

Köln,  21.  Mai.  Der  Madrider  Milar
beiter  der  „Köln.  Zig.“  meldet:  Es  dlehn  sen.
daß  die  jungnen  Ereinnisse  in  Lissabon  1½3
Engiand  in:  Werk  gesetzt  worden  sind.  Alle
rerolutionären  Fären  laufen  nach  der  e:  m  Edl-GelandtfchafLTicllkfndxclickHicdk

rung  des  Prasidenten  der  Republit,  oril
qmen  Englauz:  in  einen  Krieg  zu  lrte.
Tie  porlune.  Re  erung  I.  dir

hierer

Drahtzieler  in

#  ige

#Öoforine

 

M.  zung  dirien  (Gesandien  verlang:.  Di#-*
  5#  vean  rdent  wird  von  der  terudbi
Warde  geid.unt.  Die  Crregung  ium

Lande  gegen  England  in  uselends  im  Wacen.
J.
Das  russisiche  Bosporusunter
nehmen.
Wien,  21.  Mai.  „Rseisch“  verwein  aus
die  großen  Schwierigleiren  eines  runischen  Agriffes
  gegen  den  Borrour.  Ein  baldiger  l  o

nos,  rsssiifamk  .—aussmi«a»1«mcs.n«.

zu  erwarten.  densalls  werde  man  auf  giie
Orfer  gesaßt  sein  mussen.  Fallo  man  von
schweren  Verlunen  hore,  die  dieses  Unlerne.,

men  loste,  dürse  man  nicht  verz#agen.  (.3.)

 

—

Wetlerbericht  für  Samstag,  22.  Mai:
Heiter  bis  wechselnd,  Strichregen.

 

Der  Krieg  belerrscht  die  Unterhaltung.  Die
Ausdehnung  der  O  perationsgebiete  in  diesem
großen  VBölkerringen  ist  gewaltig.  Da  in  es
unbedingt  notwendig,  eine  Kortenmiammenstel
lung  zu  besitzen,  in  der  man  die  kriegerischen
Ereignisse  versolgen  kann.  In  dem  soeben  er
schienenen  Kriegskarten-Allas  bieten  wir  13
Karten,  die  samtliche  Kriegsschaupläte  umfjas
sen.  Die  Karten  sind  reich  deschriftel,  vielsar
big  und  vor  allen  Dingen  leicht  lesbar;  der
Atlas  ist  in  handlichem  Format  dauerhaft  und
gesckmadcvoll  gebunden.  Der  Preis,  1.50  Mi.

für  das  Eremplar.  ijt  außergewohnlich  billig.
Wir  halten  den
vorrätig.

Allas  in  unserer  Erpedilion

 

 

 

Scheuermann  auor

 

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