Entscheldungen des OLG. München. 191
Rentamte, in dessen Bezirk dieselbe stattfinden soll, anzuzeigen.
Diese Anzeige hat schriftlich oder zu Protokoll
zu geschehen und hat Ort, Tag und Stunde des Beginnes
der Versteigerung zu enthalten. Dieser Verpflichtung
ist der Angeklagte inhaltlich der thatsächlichen
Feststellungen nachgekommen, indem er schon sub prnes.
27. Februar 1891 dem k. Rentamte N. schriftlich zur Anzeige
gebracht hat, daß er am Montag den 2. März 1891,
Nachmittags 2 Uhr, im bezeichneten Lokale zu N. die zur
fraglichen Konkursmasse gehörigen Mobilien versteigern
werde. Damit entfällt die Anwendbarkeit der in Art. 230
enthaltenen Strafvorschrift. Deshalb, weil der Angeklagte
auch noch am 4. März 1891 von 2 Uhr Nachmittags
an im nämlichen Lokale jene zur gleichen
Konkursmasse gehörigen Mobilien, welche er am 2. März
1891 wegen Eintritts der Nachtzeit nicht mehr hatte versteigern
können, zum Verstrich brachte, kann die Strafvorschrift
nicht zur Anwendung gelangen, da eben der
Art. 225 nur zur Anzeige des Ortes, des Tages und
der Stunde des Beginnes der Versteigerung verpflichtet,
am 4. März 1891 Nachmittags 2 Uhr aber die
Versteigerung der fraglichen Konkursmasse nicht begonnen
hat, sondern nur fortgesetzt wurde.
Es begegnet die Annahme der Strafkammer, daß
die am 2. und 4. März 1891 stattgehabten Versteigerungen
nach ihrem Gegenstande, Verlaufe, nach der Art ihrer
Behandlung durch den Angeklagten nur eine einheitliche
Versteigerung gewesen sei, wie dies aus Form und
Inhalt der Versteigerungsurkunde hervorgehe, da nur
eine einzige „fortgesetzte“ Urkunde errichtet, am Schlusse
derselben der Gesammterlös konstatirt und ihr die rentamtliche
Quittung über die aus dem Gesammterlös zu
zahlende Gebühr beigesetzt und so dem Rentamt vorgelegt
worden sei, auch ursprünglich die Nothwendigkeiteiner
Fortsetzung der Versteigerung bei der an sich nicht