Metadata : Spittler’s sämmtliche Werke. Elfter Band. (11)

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kam,  wo  sonst  die  brabantischen  Stände  versammelt  zu  seyn
pflegen,  waren  letztere  mit  einer  recht  gesuchten  Verachtung
kurz  vorher  schon  aus  einander  gegangen.  Keine  Bestellung
war  getroffen,  daß  bei  seinem  Einzuge  in  die  Gudula-Kirche
das  Te  Deum  laudamus  gesungen  werden  sollte,  und  wie
endlich  seine  Freunde  diese  Bestellung  veranlaßten,  der  Erzbischof
  willig  die  Erlaubniß  gab,  die  Glocken  beim  wirklichen
  Einzuge  geläutet  wurden,  so  fuhr  van  der  Noot  nach
seiner  Weise  auf:  Qui  a  eu  P’impertinence  de  fairc  sonner
les  cloches  et  chanter  le  Te  Deum,  sans  notre  consentement?
  Die  Stände  selbst  weigerten  sich,  die  Musik  des
Te  Deum  zu  zahlen,  und  freilich  mag  ihnen,  wie  ihrem  dirigirenden
  van  der  Noot  bange  gewesen  seyn,  was  alles
van  der  Mersch  in  Brüssel  etwa  thun  könnte,  was  er,  vereinigt
  mit  den  Herzogen  von  Aremberg  und  Ursel,  die  gleiche
Grundsätze  mit  ihm  hatten,  zu  unternehmen  im  Stande  seyn
möchte.

Die  Gährung  war  gerade  damals  selbst  auch  zu  Brüssel
sehr  groß  zwischen  denen,  die  der  Nation  ihre  Rechte  sichern
wollten,  und  denen,  die  den  Ständen  die  Souverainetät  zusprachen,
  auch  jede  Veränderung  in  einer  besseren  Komposition
  derselben  für  unrechtmäßig  hielten.  Aber  letztere  gaben
bald  dem  ganzen  Streit  vollends  eine  Wendung,  bei  der  erstere,
  wenn  sie  sich  nicht  mit  großer  Entschlossenheit  aufrassten,
  ihre  vollige  Niederlage  sicher  voraussehen  mußten.

So  unabhängig  nämlich  die  ganze  Streitfrage:  ob  den
Ständen,  ob  dem  Volke  die  Souverainetät  gehöre?
  von  allem  Religions-Interesse  war,  so  listig  drehten
sie  es  doch,  daß  Religions-Juteresse  mit  in's  Spiel  kam.
Man  verbreitete  überall  die  Nachricht,  die  Vonkisten  wollten
eine  französische  National-Versammlung  haben,  so  wenig