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kam, wo sonst die brabantischen Stände versammelt zu seyn
pflegen, waren letztere mit einer recht gesuchten Verachtung
kurz vorher schon aus einander gegangen. Keine Bestellung
war getroffen, daß bei seinem Einzuge in die Gudula-Kirche
das Te Deum laudamus gesungen werden sollte, und wie
endlich seine Freunde diese Bestellung veranlaßten, der Erzbischof
willig die Erlaubniß gab, die Glocken beim wirklichen
Einzuge geläutet wurden, so fuhr van der Noot nach
seiner Weise auf: Qui a eu P’impertinence de fairc sonner
les cloches et chanter le Te Deum, sans notre consentement?
Die Stände selbst weigerten sich, die Musik des
Te Deum zu zahlen, und freilich mag ihnen, wie ihrem dirigirenden
van der Noot bange gewesen seyn, was alles
van der Mersch in Brüssel etwa thun könnte, was er, vereinigt
mit den Herzogen von Aremberg und Ursel, die gleiche
Grundsätze mit ihm hatten, zu unternehmen im Stande seyn
möchte.
Die Gährung war gerade damals selbst auch zu Brüssel
sehr groß zwischen denen, die der Nation ihre Rechte sichern
wollten, und denen, die den Ständen die Souverainetät zusprachen,
auch jede Veränderung in einer besseren Komposition
derselben für unrechtmäßig hielten. Aber letztere gaben
bald dem ganzen Streit vollends eine Wendung, bei der erstere,
wenn sie sich nicht mit großer Entschlossenheit aufrassten,
ihre vollige Niederlage sicher voraussehen mußten.
So unabhängig nämlich die ganze Streitfrage: ob den
Ständen, ob dem Volke die Souverainetät gehöre?
von allem Religions-Interesse war, so listig drehten
sie es doch, daß Religions-Juteresse mit in's Spiel kam.
Man verbreitete überall die Nachricht, die Vonkisten wollten
eine französische National-Versammlung haben, so wenig