Kalisch — Kalkreutl. 55
Kalisch, die Herren von.
Das schlesische Fürstenthum Brieg ist das Heimathsland der
von Kalisch, sie waren aber auch im Wohlauschen und Wartenbergschen
ansässig. Dort besass Adam v. Kalisch einigen Grundbesitz bei
der Stadt Wohlau, er starb 1641 und hinterliess drei Söhne, Adam,
Joh. Heinrich und Gottfried. Von ihnen haben die beiden ältesten den
Stamm fortgepflanzt. Gottfried. Wilhelm v. Kadisch war Herr auf Buckowine
bei Wartenberg und Land- Hofgerichts - Beisitzer, er war mit
einer v. Wuttgenau vermählt und Vater von sechs Söhnen, von welchen zwei
in die Kriegsdienste des-Landgrafen von Hessen-Cassel traten. Im Jahre
1806 war Karl v. Kalisch Postmeister zu Frankenstein. Ein Hauptınann
v. Kalisch stand in dem Dragonerregiment von Prittwitz in Polkwitz,
und ist 1809 als pens. Major gestorben, Ein vor uns liegendes
Wappen dieser adeligen Familie zeigt im gespaltenen silbernen Schilde
rechts drei in einen Triangel gelegte Schilisanker zwischen denen drei
Sterne stehen, Iinks sind drei schwarze Schrägbalken von der obern
rechten nach der untern linken Seite gezogen. Das Schild ist mit einer
siebenperligen Krone bedeckt, über welcher zwischen zwei schwarzen
Adlerilügeln die erwähnten Anker und Sterne schweben.
Kalitsch, die Freiherren und Herren von.
Eine adelige, zum Theil auch freiherrliche Familie dieses Namens
gehört den anhaltschen Landen an. Ks haben aus derselben einige
Mitglieder im preussischen Staatsdienste gestanden. Ein v. Kalitsch
war 1805 Geh. exped. Secretair beim Forstdepartement des General-Directorium.
Iu der Gegenwart steht ein Lieutenant Baron Kalitsch ıın
1. Garderegiment in Potsdam.
Kalkreuth (Kalckrenth), die Grafen, Freiherren
und Herren von.
Das uralte, berühmte Geschlecht, das zu dem vornehnisten alten
schlesischen Adel gezählt wird, bewahrt in Beziehung seiner Entstehung
die interessante Geschichte von einem Knappen oder Esdeiknechte
auf, der bei seinem königl. Herrn verläumdet und in den Verdacht
der Untrene gekommen war. Der König, von einigen Autoren auch
der Herzog genannt, beschloss, den seiner Meinung nach unredlichen
Diener mit dem Tode zu bestrafen. Kr gab zu diesem Zwecke bei
einem Kalkofen den Befehl, denjenigen seiner Ilofleute, der mit der
Frage: „ob des Herın Befehl geschehen sei?“ kommen würde, in
den Kalkofen zu werfen. Der Knappe verspätete sich auf dem Gange
dahin betend in einer an seinem Wege liegenden Kapelle; sein Anklä- -
ger war ihn nachgeeilt und wurde statt seiner von den wartenden Arbeitern
in den Ofen geworfen, während der Verläumdete und Unschuldige
auf diese Weise dem 'l'ode entging. Er wurde auch bald als
unschuldig erkannt und zum Ritter geschlagen, zum Andenken der
wunderbaren Krrettung aber erhielt er zwei Reuten oder Gabeln, die
in ılen Kalköfen zum Anschüren des Feuers gebraucht werden, ins
Wappenschild, und der Helm wurde mit einen gekrönten Brustbilde,
in Beziehung auf seinen königl. Herin, geschmückt. Nach Hübner’s
historischen Fragen, 1. S. 328, hat sich diese Geschichte unter einem
Könige Aon Portugal begeben, der vom Jahre 1279 Lis 1325 regierte.