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noch ungewöhnlich groß findet, wenn sie wiederum Kindestheile fühlt
und, vorausgesetzt, daß die Frucht lebe, die Herztöne derselben hört,
und wenn sie bei der inneren Untersuchung eine zweite Fruchtblase
wahrnimmt.
S. 331.
Bei Zwillings-Schwangerschaft tritt die Geburt nicht selten
etwas verfrüht ein. Beide Früchte pflegen in derselben Richtung in
der Gebärmuttier, die eine Üüber und vor, oder hinter der anderen,
zu liegen. Häufig stellen sich beide Kinder in Schädel= oder Steiplage,
oder das eine in Schädel-, das andere in Steißlage zur Gebur.
Schief= und Querlagen beobachtet man vorzugsweise
bei dem zweiten Kinde. Ihre Entstehung wird offenbar durch
die plötzliche Entleerung der Gebärmutter im Augenblicke der Geburt
des ersten Kindes begünstigt.
Die Geburt des ersten Kindes verläuft gewöhnlich sehr
langsam unter schwachen Wehen, da die Zusammenziehungskraft
der Gebärmutter in Folge der starken Ausdehnung gering zu
sein pflegt (s. o. §. 209). Darnach hören die Wehen gewöhnlich
eine Zeit lang auf. Es können selbst 24 Stunden und
darüber vergehen, ehe sie wiederkehren; meistens jedoch ist die Zwischenzeit
kürzer. Sobald einmal Wehen sich wieder eingestellt haben,
pflegt die Geburt des zweiten Kindes rasch vollendet zu sein.
Die Nachgeburten werden gewöhnlich erst nach der Geburt
des zweiten Kindes ausgestoßen. Ausnahmsweise folgt
dem ersten Kinde sogleich die zugehörige Nachgeburt. Nach einer
solchen vollständigen Ablösung beider Eisäcke von einander kann es
sich ereignen, daß das zweite Kind in den unverletzten Eihäuten geboren
wird.
In der Nachgeburtszeit sind stärkere Blutungen zu fürchten,
theils weil die blutende Fläche an der Innenwand der Gebärmutter
jedenfalls größer ist, als nach einer einfachen Geburt, theils weil die
ohnehin schwache Wehenkraft durch die zweifache Geburt leicht erschöpft
wird.
Zu den ungünstigsten Ereignissen während der Geburt gehört
es, wenn gleichzeitig Theile beider Kinder sich zur Geburt
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