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seine eigene Autorität, ja selbst die Religion gefährdet, die Privi- Februar 5.
legien zum Nachteil der obersten Gewalt erweitert und schliesslich
eine völlige Exemtion, wie auch an andern Orten, durch heimliche
Praktiken der Gegner des Hauses gesucht werden würde; der König
wird gewiss in sich gehen, diese heimlichen Anschläge wahrnehmen
und dem Kaiser in allem, worin er ihn wider Verträge, Recht und
Billigkeit beleidigt, zur Verhütung gefährlicher Weiterungen Genugtuung
geben. Sicherlich werden auch die Erzherzoge Maximilian und
Ferdinand, zu denen der Kaiser schicken will, sich in diesem Sinne
bemühen.
2. Was den für das elsässer Volk begehrten Pass durch unser
Land nach Oesterreich gegen den König oder, falls dieser sich
akkomodiert, für das passauer Kriegsvolk gegen die Possidierenden betrifft,
möge sich der Kaiser erinnern, dass wir und unsere Voreltern uns zu
allen Zeiten dem Hause Oesterreich und dessen Kaisern als gehorsame
Beichsfürsten erwiesen haben, wie eben auch aus unserm Verhalten
gegen das passauer Volk zu sehen ist, das seinen Weg meist durch
unser Land genommen hat, von da aus mit Proviant vorsehen,
vor Zertrennung in seinem Quartier durch unsere Nachbarschaft und
die Bücksicht gegen uns behütet worden ist, was alles man an
andern Orten kaum getan hätte. — Diese getreue Affektion werden
wir in allem Verantwortlichen noch fortsetzen, müssen aber wegen dieses
Begehrens dem Kaiser unsere getreue Meinung dahin eröffnen, dass wir
wol merken, dass der Kaiser auf die Schickung nach Wien wenig Hoffnung
setzt und gewillt ist, mit dem elsässer und passauer Volk seinen
Bruder zu bekriegen. Wir besorgen dabei aber: 1. Der König und
die Oesterreicher werden sich dagegen aufs stärkste gefasst machen,
wie bereits geschieht. 2. Die Ungarn und Mährer werden ihren König
nicht hilflos lassen, zumal sie sich dadurch auch desto mehr vor zu
besorgender Ahndung wegen des wider den Kaiser Begangenen sichern.
3. Des Königs Lande stehen mit den Böhmen in starker Korrespondenz,
haben diese auch bereits um Hilfe angerufen und werden auf sie
um so mehr zählen dürfen als ihr König auch zum böhmischen designiert
ist und die Unkatholischen dabei zu grösseren Privilegien und anderen
Neuerungen zu des Kaisers Praojudiz zu gelangen hoffen. 4. Man
sagt auch, dass der König durch seine Leute mit den protestantischen
Reichsständen unterhandle und neulich dahin und nach Frankreich
eigene Gesandte abgeordnet habe;! auch die österreichischen Länder
sollen sich, wie einige eröffnete Briefe ergeben, auf solchen Fall
mit den Protestanten verbunden haben, die ohne Zweifel wegen
ihrer Glaubensgenossen „und, damit hiedurch die eingefierte novation
in glaubenssachen der orten nit zugleich wieder cassirt
werde,“ dem König beistehen, „zugleich mit dieser erwinschten gelegenheit
die gülchische sach, deren execution man sich hoch besorgt,
weit von ihnen aus dem reich in die erzherzogischen länder sowohl
ı Vgl. oben no. 21, besonders 8. 53, Anm. 2.