Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1862. (39)

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declariren.  Die  Verwaltung  behält  sich  vor,  das  deelarirte  Gewicht,  sei  es  auf  der  Abgangsoder
  einer  Unterwegs=  oder  der  Bestimmungsstation  zu  controliren.  Ergibt  sich  biebei  ein
mehr  als  5  Centner  betragendes  Mehrgewicht,  so  verfällt  der  Aufgeber  neben  Nachbolung
der  verkürzten  Fracht  in  eine  Conventionalstrafe,  welche  dem  zweifachen  Betrage  derjenigen
Fracht  entspricht,  die  dieses  Mehrgewicht  auf  der  frachtbriefmäßigen  Transportstrecke  zu
bezahlen  haben  würde.

Trifft  jedoch  mit  der  zu  niedrigen  Declaration  des  Gewichts  eine  Ueberschreitung  der
Traglastziffer  des  Wagens  um  mehr  als  5%  zusammen,  so  erhöht  sich  der  Betrag  dieser
Conventionalstrafe  auf  das  Fünffache  der  Fracht  für  das  Mehrgewicht  und  ist  außerdem
der  Aufgeber,  beziebungsweise  Besteller  des  Wagens  für  allen  Schaden  verantwortlich,
welcher  durch  die  Ueberladung  des  Wagens  der  Verwaltung  zugeht.  Derselbe  haftet
biebei  für  die  Personen,  veren  er  sich  bei  Beladung  des  ihm  geslellten  Wagens  bedient
  hat.

4)  Nach  der  Tragfähigkeit  des  dem  Aufgeber  zur  Beladung  gestellten  Wagens
(oben  1,  b.)  wird  die  Fracht  berechnet  bei  denjenigen  Gütern,  welche  nur  in  ganzen
Wagenladungen  zum  Transporte  angenommen  werden,  und  für  welche  nicht  etwa  Normalgewichtsberechnung
  zugelassen  ist.  Dem  Aufgeber  ist  hiebei  überlassen,  die  Wagen  bis  zur
Tragfähigkeitsziffer  zu  beladen,  für  geringere  Quantitäten  wird  stets  die  Fracht  für  die
dieser  Tragfähigkeitsziffer  entsprechende  Centnerzahl  berechnet.  Ueberschießende  Quantitäten
werden,  soferne  der  Aufgeber  nicht  einen  weiteren  Wagen  für  dieselben  nehmen  will,  nach
Maßgabe  der  ##.  20  Ziff.  2,  und  22  Ziff.  3,  und  36  Ziff.  2.  gelegentlich  nach  der  ordentlichen
  Tarifklasse  II.  befördert.  Eine  Declaration  des  wirklichen  oder  annähernden
Gewichts  der  Ladung  im  Frachtbriefe  durch  den  Versender  und  Ermittlung  desselben  Seitens
  der  Verwaltung  findet  nicht  statt.

Ueberschreitung  der  Traglastziffer  hat  die  im  vorigen  Absatz  (Ziff.  3)  angegebenen
Folgen.

Sollte  während  des  Transportes  z.  B.  beim  Uebergange  der  Sendung  von  einer  Anschlußbahn
  rc.  Umladung  nöthig  werden,  so  wird  die  Wagenladung  nach  der  Tragkraftsziffer
des  ursprünglich  verwendeten  Wagens  bis  zum  Bestimmungsorte  tarifirt,  gleichviel  welches
die  Tragfähigkeitsziffer  des  oder  ver  für  die  Weiterbeförderung  verwendeten  Wagen  ist.

5)  Nach  Normalgewicht  (oben  1,  c.)  wird  die  Fracht  berechnet  bei  den  in  den
Normalgewichtsbesti  gen  erwähnten  Gütern.  Behufs  Berechnung  dieses  Normalge-