Full text : Der Deutsche Reichstag.

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Die  erste  Anregung  kam  von  Bayern.  Die  Königlich  bayerische
Regierung  gab  im  Laufe  des  September  dem  Bundes-Präsidium  zu  erkennen,
  daß  die  Entwickelung  der  politischen  Verhältnisse  Deutschlands,
wie  sie  durch  die  kriegerischen  Ereignisse  herbeigeführt  sei,  nach  ihrer
Ueberzeugung  es  bedinge,  von  dem  Boden  der  völkerrechtlichen  Verträge,
welche  bisher  die  süddeutschen  Staaten  mit  dem  Norddeutschen  Bunde
verbanden,  ab  zu  einem  Verfassungsbündnisse  überzugehen.  Die  Besprechungen
  in  München  fanden  statt  und  wurden  wesentlich  gefördert
dadurch,  daß  die  königlich  württembergische  Regierung  durch  eines  ihrer
Mitglieder  an  diesen  Besprechungen  teilnahm.

Während  das  Ergebnis  dieser  Besprechungen  der  Erwägung  des

Bundes-Präsidiums  unterlag,  wurde  von  Stuttgart  aus  der  Wunsch
ausgesprochen,  die  in  München  eingeleiteten  Besprechungen  in  Versoailles
fortzusetzen  und  zu  ergänzen.  Gleichzeitig  mit  dieser  Anregung  erfolgte
der  offizielle  Antrag  Badens  auf  Eintritt  in  den  Norddeutschen  Bund.
Das  Präsidium  konnte  nicht  zögern,  diesen  Anregungen  zu  entsprechen,
und  sowohl  die  königlich  württembergische,  als  die  großherzoglich  badische
  Regierung  zur  Entsendung  von  Bevollmächtigten  nach  Versailles
einzuladen.
Elndlich  erklärte  auch  die  großherzoglich  hessische  Regierung  ihren
Entschluß,  mit  dem  südlichen  Teil  ihres  Gebiets  in  den  Bund  einzutreten,
  und  so  geschah  es,  daß  in  der  zweiten  Hälfte  des  Oktobers  Vertreter
  der  sämtlichen  süddeutschen  Staaten  in  Versailles  zusammentraten,
um  üher  die  Gründung  eines  Deutschen  Bundes  zu  verhandeln.

Die  Verhandlungen  mit  Württemberg,  mit  Baden  und  Hessen
führten  sehr  bald  zu  der  Ueberzeugung,  daß  es  ohne  große  Schwierigkeit
  gelingen  werde,  auf  Grundlage  der  Verfassung  des  Norddeutschen
Bundes  zu  einer  Verständigung  zu  gelangen  die  Verhandlungen  mit
Bayern  boten  anfangs  größere  Schwierigkeiten,  und  es  war  auf  den
eigenen  Wunsch  des  königlich  bayerischen  Bevollmächtigten,  daß  zunächst
die  Verhandlungen  mit  den  drei  andern  süddeutschen  Staaten  fortgesetzt
wurden.  Die  königlich  bayerischen  Bevollmächtigten  fühlten  das  Bedürfnis,
  nicht  ihrerseits  durch  die  sich  darbietenden  Schwierigkeiten  den
Abschluß  mit  den  andern  Staaten  zu  verzögern.  So  kam  es,  daß  gegen
Mitte  des  November  die  Verständigung  mit  den  drei  andern  süddeutschen
  Staaten  zum  Abschluß  gekommen  war.  Ein  unvorhergesehener
Zufall  verhinderte  es,  daß  gleich  am  15.  November  Württemberg  an
der  mit  ihm  bereits  in  allen  Hauptpunkten  festgesetzten  Verständigung
teilnahm.  Es  wurde  deshalb  zunächst  mit  Baden  und  mit  Hessen  abgeschlossen.
  Währenddem  wurden  die  Verhandlungen  mit  Bayern  wieder