thumbs : Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

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62. 1611 141 Einschreiten (gemäss der Wahlkapitulation) auffordern, daneben aber auch „auf die würkliche wege gedanken schlagen“ solle, so haben sieh unsere Gesandten zu fügen, die betreffenden Schreiben zu entwerfen und dann wegen der wirklichen Mittel handeln zu lassen. Dabei ist mnächst, da der kurkölnische Gesandte Liz. Wintzler unlängst mitgeteilt hat,! „dass man auch vom rath zu Colln etwas anlass hab, wan man die wurkliche abschaffung der ausläger mit ernst vornemen wolle, dass sie auch das irig dabei thun wolten,“ und wir ihm aufgetragen haben, sich um weitere Erklärung zu bemühen, der kurkölnischen Gesandten Bericht darüber zu fordern. Ist daraus zu ersehen, dass man sich von der Stadt einer erheblichen Hilfe zu getrösten hat und wird geschlossen, dass auch wir geistliche Kurfürsten das unsere dabei tun, auch der Administrator der Kurpfalz und Sachsen um Hilfeleistung ersucht werden sollen, so lassen wir uns das gefallen. Sachsen wird sicher willfahren, da es schn uns und Kurköln ermahnt hat, uns nicht so in unser rbeinisches Regal greifen zu lassen; der Administrator wird sich vielleicht” weigern, da er oft ersucht hat, ihn bei „gemeinen tigen nicht, auszuschliessen‘ und man ihn jetzt, obgleich er vorber zur Fertigung des Schreibeus an die Possidierenden herangezogen worden war, übergangen hat: auch wird er nicht viel Last haben, sich mit den düsseldorfer Fürsten zu entzweien. Wenn aber die Beiziehung des Administrators für ratsam erachtet wird, sollen sich unsere Gesandten dein nicht widersetzen. Wegen wirklicher Abschaffung des Auslegers haben die Gesandten die Vorschläge zu Bericht zu nehmen. Da endlich wegen der „Kriegsverfassungen‘“ am untern Rhein und droben im Elsass die Ergänzung des rheinischen Kurfürstenkollegiums sehr nötig ist, damit solchen Zunötigungen wie mit den Auslegern begegnet werden könne, muss beschlossen werden, ob und wie der kurpfälsische Administrator in den rheinischen Verein aufzunehmen sei. Wir würden gern sehen, dass die Abgeordneten, trotzdem die Sache im Ausschreiben nieht erwähnt ist, die Besprechung nicht ablehnen. Allerdings ist der Widerspruch Neuburgs gegen des Administrators Recht sehr stark und hätte man bei Bewilligung der Einnahme desselben desto mehr feindlicher Zusetzung aus dem Jülichschen zu erwarten, da sich auch des Pfalzgrafen Sohn zu Düsseldorf [Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm] der Sache sehr annimmt; auch ist der Administrator noch nicht im allgemeinen Verein der Kurfürsten und hat die Kegalien noch nicht vom Kaiser empfangen. Andrerseis aber ist die grosse Gefahr für die geistlichen Kurfürsten zu erwägen, wenn sie dieser Nichtaufnahme wegen der kurpfälzischen Beihilfe entbehren kam gen Wintslere Schickung an Kurmainz vgl. oben no. 48, S. 109, Februar 17.