Contents : Die Verfassungsgesetze des Herzogtums Braunschweig.

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burg  allen  Angehoͤrigen  seines  Kirchensprengels  bei.  Bannstrafe  das
Besuchen  der  Turniere  verboten,  weil  in  der  letzten  Zeit  so  viele  To—
des=  oder  doch  Unglücksfälle  sich  dabei  ereignet  hatten.  Konrad  hatte
sich  von  diesem  Verbote  nicht.  abhalten  lassen,  fand  aber  ungsücklicherweise
  auch  bei  diesem  ritterlichen  Vergnugen  den  Tod.,  Der  tiefbetübte
  Vater  ließ  die  Leiche  zu  sich  bringen;  jaber  kein  Geistlicher
  getraute  sich,  den  in  Bann  Verfallenen  zu  begraben.  Der  arme
Dietrich  und  sein  Bruder,  der  mächtige  Markgraf  Otto,  machten  sich
endlich  selbst  nach  Magdeburg  auf,  thaten  vor  dem  Erzbischof  einen
Fußfall  und  versicherten,  daß  der  Verstorbene  vor  seinem  Tode  den
unseligen  Ungehorsam  bitter  bereuet  habe.  Nun  erst  ließ  sich  der
Erzbischof  erbitten;  er  schrieb  an  den  Papst  und  bat  um  Dispensation,
  und  Konrad  durfte  zuletzt  im  neuen  Kloster  Zella  beerdigt  werden,
  jedoch  an  einem  abgesonderten  Orte.

A.  August.
Der  Orgelbauer  Silbermann  ttirbt.

Auch  der  berühmte  Orgelbauer  Silbermann  zeigt  uns  wieder,
wie  auf  oft  ganz  wunderbaren  Wegen  ein  niedriger  und  unbedeutender
Mensch  zur  Berühmtheit  und  zum  Wohlstande  gelangt.  Silbermann's
Vater  war  ein  sehr  armer  Zimmermann  in  Bobritsch  bei  Frauenstein,
  der  seinen  Sohn  zu  einem  Buchbinder  auf  die  Lehre  that.  Weil
ihm  aber  das  Bücherbinden  gar  nicht  zusagte,  so  entlief  er.  Fast  hätten
  ihn  die  ausgeschickten  Boten  ereilt  und  wieder  zurückgeführt;  allein
der  Zufall  fügte  es,  daß  sie  den  jungen  Silbermann  auf  dem  Baume,
wohin  er  sich  verkrochen  hatte,  nicht  bemerkten.  Er  ging  nun,  von
einem  Vetter  und  von  seiner  Mutter  unterstützt,  zu  seines  Vaters
Bruder,  einem  Orgelbauer  in  Straßburg.  Und  hier  war  es  nun,
wo  er  sich  zu  einem  so  bewunderten  Künstler  ausbildete,  aber  auch
zugleich  so  sparsam  lebte,  daß  er  bei  seiner  Rückkehr  nach  Sachsen
sogleich  in  Freiberg  eine  große  Werkstatt  anlegen  konnte.  Er  hielt
oft  mehr  als  zehn  Gesellen,  deren  jeder  aber  nur  die  Arbeit  (und
keine  andere)  verrichten  durfte,  zu  der  er  vorzügliches  Geschick  äußerte.
So  machte  z.  B.  ein  gewisser  Kaiser  dreißig  Jahre  hindurch  bei  ihm
nichts  als  Wellen  und  Aermchen.  Denn  Silbermann  war  höchst
eigensinnig  in  seiner  Arbeit  und  zerschlug  oft  ein  nicht  ganz  gerathenes
  Instrument  auf  der  Stelle  mit  der  Art.  So  erhielt  er  aber
einen  solchen  Ruf,  daß  er  sogar  nach  Kopenhagen  und  Petersburg
kommen  sollte.  So  baute  er  sieben  und  vierzig  Orgeln  in  Sachsen
und  viele  im  Auslande,  unter  lettern  auch  die  im  Münster  zu  Straß-12“