50 Regrestanspruch der mehreren Zuhälter gegen einander.
der Concumbenten unter einander wollte hier nichts bestimmt
werden. Hieflir sind die Vorschriften über die
Obligationen ex delicto maßgebend. Eine negotiorum
gestio liegt nicht vor, weil Kläger nicht Namens des
Beklagten, sondern im eigenen Namen die Alimente bezahlt
hat, und eine in rem versio ist nicht gegeben, weil
die Leistungen Seitens des Klägers nicht inldebite,
sondern auf Grund eigener Verpflichtung gemacht sind
(Sammlung Bd. 2 S. 199).
Das Berufungsgericht hat dagegen den
Regreßanspruch als begründet anerkannt, weil nach
Thl. IV Kap. 16 § 4 Ziff. 5 LR. die complices delicti
den correis debendi gleichgestellt seien und diesen
in Thl. IV Kap. 1 8 23 LR. ein Regreß gegen die
Mitschuldner eingeräumt sei. Auch nach Thl. I Kap. 4
§59 LR., nach welcher Bestimmung gemäß der Auslegung
in den Anmerkungen alle Beischläfer in partes viriles
concurriren müssen, sei der Regreßanspruch gerechtfertigt.
Die rechtliche Fiction gehe nämlich nicht dahin, daß
einer der Beischläfer das Kind erzeugt habe, sonst müßte
er als Vater betrachtet werden; auch nicht dahin, daß
keiner derselben es erzeugt habe; sohin müsse sie dahin
gehen, daß aus dem unerlaubten Handeln eines Jeden
i. c. Aller (daher constupratores) die Frucht entstanden
sei, zu deren Schadloshaltung der Interpret des Landrechts
alle in partes concurriren lasse.
Es fragt sich nun, welche der beiden Anschauungen
den Bestimmungen des Bayer. LR. entspricht.
II. Nach Bayer. LR. ist der außereheliche Beischlaf
stets eine Delictshandlung (Roth, bayer. Civilrecht
2. Aufl. § 104; Sammlung Bd. 2 S. 212; Bl. f. RA.
Bd. 9 S. 31; Motive zum Entwurf eines bürgerlichen
Gesetzbuchs Bd. 4 S. 864). Unter Delict ist jede Handlung
zu verstehen, welche gegen Gesetz und Verbot aus
freiem Muth und Willen verübt wird und ist bei dem
aus#erehelichen Beischlafe dieser selbst, und nicht etwa die