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ausgezeichnete Dichter und Prosaisten eine Ausbildung, wie man
sich dieselbe nach dem dreißigjährigen Kriege nicht mehr hätte
träumen lassen. Stolz nahm die neue deutsche Literatur neben
der französischen und englischen Platz und wies die bisherige
Bevormundung des Auslandes in allen geistigen Gebieten von
sich. Zugleich aber überschwemmte sie Deutschland mit einer
Menge von Ideen und Kenntnissen, die nun ein geistiges Gemeingut
Aller wurden, während bei der frühern Isolirung der
Confessionen und Provinzen kaum Einer vom Andern gewußt
hatte. Dieser Aufschwung des deutschen Geistes erfolgte ohne
Impuls von außen, war vielmehr geradezu gegen die Einwirkungen
von außen gerichtet. Er erfolgte ohne die Theilnahme
und Unterstützung der Höfe. Von den großen Genies, die damals
die Presse beherrschten, sind einige beinahe verhungert und blieben
die meisten in ärmlichen Verhältnissen. Dieser Aufschwung des
deutschen Geistes ging einzig und allein aus der innern Triebkraft
der Nation hervor. Doch war er wesentlich bedingt durch
die ihm lange vorangegangene Reformation. Es war eine geistige
Flora, die nur auf protestantischem Boden wachsen konnte.
Unter diesem Boden ist indeß nicht das zu verstehen, was man
jetzt die „protestantische freie Forschung“ zu nennen pflegt, denn
davon war damals noch keine Rede. Im Gegentheil war in
Deutschland, wie in England, die protestantische Kirche viel
strenger, als die katholische, und duldete in ihrem Gebiet nicht,
was Voltaire ungefährdet ein halbes Jahrhundert hindurch im
katholischen Frankreich wagen durfte. Der protestantische Boden,
auf welchem jene geistige Flora gedieh, war das durch die Reformation
gereinigte sittliche Bewußtseyn der germanischen Stämme.
Zu diesem Adel und zu dieser Grazie der Sittlichkeit konnten
sich katholische Schriftsteller, welche durch die Schule der Jesuiten
gegangen waren, nie erheben. Der große Aufschwung des
deutschen Geistes war daher nicht bloß ein nationaler im Gegen-Menzel,
Wos hat Preußen für Deutschland geleistet? 15