Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Dritter Band. (3)

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Von  den  61  578  in  Zugang  gekommenen  Knochenbrüchen  betrafen  18  434  (3219  bei
Frauen)  die  Schulter  und  die  oberen  Gliedmaßen,  und  zwar  den  Oberarm  43490822),
den  Unterarm  8881  (1629),  die  Hand  2505  (239),  das  Schlüsselbein  2636  (462),  das.
Schulterblatt  563  (67),  erheblich  mehr,  nämlich  32  283  (5549),  die  untern  Gliedmaßen
  sowie  das  Becken,  davon  den  Oberschenkel  10  137  (2780),  den  Unterschenkel
17  390  (2187),  den  Fuß  3764  (467),  das  Becken  992  (115).

Außerdem  kamen  noch  4838  (381)  Rippenbrüche,  4766  (441)  Brüche  am  Koypfe,
1000  (88)  Brüche  der  Wirbelsäule  und  257  (37)  „andere“  Knochenbrüche  zur  Aufnahme.

Von  je  100  bei  männlichen  (und  weiblichen)  Personen  in  Zugang  gelangten
Knochenbrüchen  entfielen  auf:

Brüche  des  Oberarms  .  6,,8  (,5)  Brüche  des  Oberschenkels  14,2  (28,6)

»  »Unterarms..13,o(16,8)  »  „  Unterschenkels  29,3  (22,5)
„  der  HDand  444  (2,5)  „  Fußees  6,4  (4,  8)
ü  des  Schlüsselbeins  4,2  (4,8)  „  „  Beckens  1707  (152)
„  Schulterblatts  1,0  (.0)7)

weiter  auf  Rippenbrüche  8,6  (3,90),  Brüche  am  Kopfe  8,8  (4,5),  Brüche  der  Wirbelsäule
  1,8  (O,9),  andere  Knochenbrüche  0,1  (0,).

Bei  Männern  kamen  demnach  an  erster  Stelle  die  Unterschenkel-,  bei  Frauen  die
Oberschenkelbrüche  zur  Beobachtung,  demnächst  bei  beiden  die  Brüche  des  Vorderarms.

Arm=  und  Schlüsselbeinbrüche,  sowie  Brüche  des  Oberschenkels  waren  bei  weiblichen
  Personen  verhältnißmäßig  häufiger  wie  bei  Männern,  im  Vergleich  selten  bei
den  erstern  Rippen-,  Hand=  und  Fußbrüche,  sowie  Knochenbrüche  am  Kopfe  und  der
Wirbelsäule.

Tödtlichen  Verlauf  nahmen  am  häufigsten  die  Brüche  der  Wirbelsäule  (in  47,5/.
der  abgelaufenen  Fälle),  dann  die  des  Kopfes  (28,1  %),  des  Beckens  (19,2  ½0),  der
Rippen  (6,00%)  und  des  Oberschenkels  (4,6  3/0).  In  Folge  von  Knochenbrüchen  des
Oberarms  und  des  Unterschenkels  starben  je  1,4  %  der  in  Abgang  gekommenen
Kranken;  bei  den  übrigen  Arten  der  Brüche  betrug  die  Sterblichkeit  je  zwischen  0,2
und  0,5  %0  des  Abgangs.

Von  den  Verrenkungen,  welche  8472  Personen  (darunter  1530  weibliche)  den
Krankenhäusern  zuführten,  betrafen  40,9  %  (32,7)  die  Schulter,  17,8  /8  (19,9)  den  Fuß,
11,8  %  (12,4)  den  Ellenbogen,  9,8  %  (13)0)  die  Hüften,  6,7  %  (6,5)  die  Hand,
5.7  %  (5,6)  das  Knie  und  2,5  %  (2,2)  den  Daumen.  Bei  Frauen  sind  also  die  Verrenkungen
  des  Fuß=  und  Ellenbogengelenks,  sowie  der  Hüften  verhältnißmäßig  oft
vorgekommen.  An  den  Folgen  von  Verrenkungen  starben  44  Personen,  davon  mehr  als
die  Hälfte  (23)  an  Verrenkungen  der  Schulter  und  Hüfte.

Wegen  Verstauchungen  kamen  16  960  Personen  in  Zugang,  verhältnißmäßig
viele  in  Bayern,  Württemberg,  Lübeck  und  Schwarzburg-Sondershaufen  (13,1,  17,4,
17,0.  21,8  %  aller  Verpflegten  gegen  7,4%  0  im  Reiche),  an  OQnetschungen  und
Zerreißungen  120  824  mit  2191  =  1,8  Todesfällen.

Auf  Wunden  (Stich-,  Hieb-,  Schußwunden  2c.)  entfielen  im  Reiche  22,3  %  aller
Krankheitsfälle,  in  Preußen  10,7  (in  Berlin  nur  6,8),  in  Hamburg  19,2,  dagegen
in  Bayern  50,1,  Württemberg  47,6,  Bremen  41,4  und  Lübeck  38,4.  In  den
bayerischen  und  württembergischen  Krankenhäusern  sind  mehr  leichte  Verletzungen  dieser
Art  behandelt  worden,  in  den  preußischen  mehr  schwere;  es  starben  nämlich  in  den
letzteren  2,2  %  der  dort  in  Abgang  gekommenen  Verwundeten,  gegen  1,4  %  im  Gesammtreiche,
  in  den  ersteren  nur  Ol  bezw.  O,6  %.  Für  Berlin  und  Bremen  berechnet  sich
die  entsprechende  Verhältnißziffer  auf  je  2,5,  für  Hamburg  auf  1,5;  in  Lübeck  ist  von
den  200  Behandelten  kein  einziger  gestorben.