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kaukasien aus dem reaktionären Rußland zu unterwerfen suchten.
Am 15. Juli wurde Tiflis von den Deutschen besetzt. Da mittlerweile
die Engländer das ganze, von den Russen geräumte Hersien besetzt
hatten, drang auch die türkische Kaukasus-Armee über Eriwan und
nach Täbris vor. Am 15. August aber griff sie Baku an, das von
den Engländern, die zur See herangekommen waren, besetzt worden
war, und zwang die Eindringlinge, sich wieder einzuschiffen, so daß
die dortigen reichen Glquellen den Türken verblieben.
Unterdessen war Sultan Mohammed V. am 3. Juli gestorben.
Wahid Eddin war ihm gefolgt. Er verfolgte zunächst die Holitik
seines Dorgängers; doch gewann die Entente mit dem Niedergang
der deutschen Kriegsfähigkeit zusehends Einfluß in Konstantinopel.
Ebenso verworren lagen die Derhältnisse in Rußland. Die
verschiedensten politischen Richtungen bekämpften sich, ohne daß
sich die eine oder die andere zum HBerren der Lage gemacht hätte.
Südöstlich des Asowschen Meeres stand die russische Freiwilligenarmee
unter Alexejew der russischen Regierung feindlich gegenüber;
weiter nördlich die Donkosaken, die ebenfalls eine durchaus unklare
Rolle spielten; einige Ordnung schaffte nur die deutsche und österreichische
Zesatzung, deren Gebiete gegeneinander abgegrenzt waren.
So vernichteten die Deutschen am 14. Juni eine große Schar Bolschewisten
— soviel ich feststellen konnte, etwa 10000 Mann — bei
Taganrog am Asowschen Meer. Nichtsdestoweniger stützte sich die
deutsche Regierung nach wie vor auf die Sowjetregierung in Hetersburg.
Sie glaubte ihre Siele am besten durch Anlehnung an das
offizielle Kußland zu erreichen, und ließ sich in dieser Auffassung auch
nicht stören, als am 6. Juli der deutsche Gesandte Graf Mirbach in
Moskau ermordet und Staatssekretär des Auswärtigen von Kühlmann,
der der deutschen Sache nur geschadet hatte, zurücktrat und
durch Admiral von Hintze ersetzt wurde. Am 30. Juli wurde dann
auch Generaloberst von Eichhorn durch einen Abgesandten der
Bolschewistenpartei, der aus Moskau eigens dazu hingekommen war,
in Kiew ermordet. Damit wurde einer der tüchtigsten Männer beseitigt,
der den Derhältnissen gewachsen war und dem Deutschen
Reiche noch viel hätte nützen können.
Auch der Chef des Admiralstabes von Holtzendorff nahm
krankheitshalber seinen Abschied und wurde am Sl. August durch
Admiral Scheer ersetzt, der die Schlacht am Skagerrak gewonnen
und seither die Flotte kommandiert hatte. Er war gewiß der rechte
Uann am rechten Platze, aber er kam zu spät an die entscheidende
elle.
Obgleich die Sahl der U-BZoote dauernd um ein geringes stieg,
nahmen doch die Dersenkungsziffern sehr wesentlich ab. Im Juni 1018
betrugen sie nur noch 521000 Tonnen, im Juli 550 000; und wenn
es auch noch bisweilen gelang, einen großen Schlag zu führen, wie
die am 20. Juli erfolgte Versenkung des englischen Riesendampfers