Full text : Württembergische Geschichtsquellen. Zweiter Band. (2)

Aus  den  Traditiones  Fuldenses.  997

teidigung  ihres  Klosters  finden  sollten’),  sondern  auch  von  den  Gästen
des  Klosters,  Klerikern  und  Bischöfen,  durch  welche  dann  die  Laien,
vel  idiote  et  non  intelligentes,  neue  Kunde  von  des  Klosters  gewaltiger
  Schutzmacht  erhalten  würden”).  So  wollte  Eberhard  einen
geheimnisvollen  schreckhaften  Nimdbus  um  das  Kloster  und  seinen
Besitz  schaffen,  wozu  ihm  eine  nie  ermüdende  Fülle  von  Rhetorik
zu  Gebote  stand.

3.  Charakteristik  von  Eberkards  Werk.

Der  kräftige  Papalismus,  der  durch  Eberhards  Werk  weht,  ist
fern  von  einem  weitsehenden  kirchlichen  Universalismus.  Hart  urteilt
  Eberhard  über  Weltgeistliche®),  wenig  wohlwollend  stellt  er  sich
selbst  zu  den  von  Fulda  aus  gegründeten  Klöstern*).  Ihn  kümmern
nur  die  Rechte  seines  Klosters.

Das  Vertrauen  auf  die  päpstliche  Autorität  und  die  Kraft
des  Bannes,  das  stolze  Gefühl  der  kirchlichen  Selbständigkeit,  das
trotzig  aller  Welt  die  Stirne  bietet®),  geht  gegenüber  der  rauhen
Wirklichkeit  alsbald  in  die  Brüche.  Ängstlich  klammert  sich  der
Mönch  an  die  weltliche  Gewalt  der  Könige  und  Fürsten  an®),  denen
er  ihre  Pflicht,  Fulda  zu  schützen,  direkt?)  und  im  Spiegel  der  Vergangenheit
  vorhält?).  Er  kann  es  sich  nicht  verbergen,  dass  der
weltliche  Arm,  dessen  Schutz  oft  teuer  erkauft  werden  musste?),
Fulda  zu  seinen  Ansprüchen  verhalf‘).  Wenn  er  die  Zuversicht
ausspricht:  privilegiis  apostolicoram  et  preceptis  regum  et  imperatorum
  munita  hec  sacrosancta  F.  ecclesia  a  nullius  prineipis  invasione
  vacillabit!!),  so  fällt  im  Grund  für  Eberhard  der  Nachdruck
auf  die  zweite  Schutzmacht.

'!)  Dr.  VI,  Z.  1  oben.  Z.  11  unten:  deficienti  ecclesie  citius  poterit  subveniri.
  Dr.  VIII,  unten  Z.  5:  que  per  nos  possumus  defendere.  —  ?)  Dr.  VIII,
vgl.  die  Belege  $.  12,  Anm.  2  u.  3.  —  ?)  11li  (sc.  clerici  seculares)  .  .  Iudis  et
superfluitstibus  ea  (sc.  oblationes  Adelium)  insumunt.  Dr.  IX.  —  *)  ut  si
quando  .  .  aliqus  nobis  cum  eis  oriatur  disceptatio,  roddere  cogantur,  quod
nostrum  cst,  et  sic  nudi  remaneant,  tamquam  avis,  que  furtim  sublatis  pennis
redditis  nudata  remansit,  ec.  61.  —  ®)  Seviat  mundus,  quantum  velit,  fratres
F.  monasterii  semper  pronunciabunt  magnalia  Dei.  Vgl.  die  unmittelbar  vorausgehenden
  Worte.  Dr.  VII.  —  ')..  majora,  que  regum  et  principum  indigent
defensione.  Dr.  VIII.  —  ')  Est...  conveniens,  ut  ..  preceptis  regum  et  imperstorum
  immunitatibus  defendantur.  Dr.  VII.  —  °)  Nam  et  reges  et  prineipes
  ceterique  mundi  hujus  potentes  sua  defensione  illad  munire  .  .  studuerunt.
  Ebd.  —  °)  So  der  Schutz  Heinrichs  des  Löwen,  c.  74.  Vgl.  das  ganze
e.  62.  —  !°)  So  in  dem  Zehntstreit  mit  Ersbdischof  Liutbert  von  Mains,  c.  46.
—  11)  Ebd.