Volltext : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1911. (77)

Schulz.  487

Verhältnisse  entwickeln  in  der  Jugend,  die  doch  schon  aus  einer
zusammengewürfelten  Arbeiterbevölkerung  hervorgegangen  ist,  die
3  leit  iche  Erziehung  nach  der  Entlassung  aus  der  Volksule

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Ich  5  es  ist  eine  dringende  Notwendigkeit,  zu  betonen:
gerade  für  unsere  ungelernte  jugendliche  Arbeiterschaft  ist  die  Fortbildungsschule
  eine  Notwendigkeit,  weil  die  ortbilbungsschule  bei
ihr  noch  mehr  den  Begriff  der  Autorität  der  Schule,  des  Staates  zum
Ausdruck  bringen  muß,  und  es  liegt  im  dringenden  Interesse  auch
unserer  Industrie,  daß  diese  jugendliche  Albeiterschest  nicht  in  dem
bisherigen  Zustande  weiter  bleibt,  ohne  jede  Fortbildung.  Ich  glaube,
daß  gerade  dieser  Gesichtspunkt  neben  den  Darlegungen  über  die
innere  Seite  des  Fortbildungsschulunterrichts  noch  hier  hervorgehoben
  werden  muß.  Wir  brauchen  absolut  notwendig  das  Fortbildungsschulgesetz,
  sei  es  nun  das  preußische  Fortbildungsschulgesetz,
sei  es  eine  Ausbildung  der  Reichsgesetzgebung.

Herr  Rektor  Schulz,  Schwelm:

Meine  verehrten  Damen  und  Herren!  Ich  trete  vor  Sie  als  ein
Vertreter  einer  Kleinstadt.  Es  ist  ja  eben  schon  gesagt  worden,  daß
vielfach  in  solchen  Versammlungen  die  Verhältnisse  der  Großstadt  zur
Beratung  stehen  und  zur  Beratung  kommen,  die  Verhältnisse  der
kleinen  Stadt  aber  mehr  zurücktreten.  Ich  habe  hier  nicht  soviel
Klagen  wie  einer  meiner  Vorredner  in  dieser  Beziehung,  denn  in  der
Kleinstadt  steht  es  auch  nicht  schlecht.  Wir  haben  in  Schwelm  zum
Beispiel  seit  45  Jahren  die  Fortbildungsschule,  und  wir  haben  in
dieser  Beziehung  ganz  gute  Verhältnisse.  Nur  möchte  ich  zur  Ergänzung
  des  Vortrages  einiges  anführen,  was  uns  in  den  Kleinhien
  vielfach  ein  übergewicht  gibt  über  die  Verhältnisse  der  großen

läbte

Die  erste  Forderung  ist  es  überhaupt  nach  meiner  Meinung,
wenn  wir  in  der  Fortbildungsschule  erfolgreich  wirken  wollen,  daß
wir  enge  Verbindung  halten  mit  dem  Handwerk  und  mit  den  Kreisen,
aus  denen  wir  die  Lehrlinge  bekommen  und  die  unsere  Arbeiten
unterstützen  müssen.  Andererseits  muß  aber  auch  das  Handwerk
bereit  sein,  uns  als  Mitarbeiter  und  als  Faktor  mit  in  Betracht  zu
ziehen  bei  seinem  Fortschritt  und  bei  seiner  weiteren  Arbeit  und
Tätigkeit.  Es  ist  Ihnen  schon  gesagt  worden,  daß  vielfach  die  Handwerkskammern
  nicht  geneigt  sind,  Feortbildungsschullebrer  zu  den
Prüfungen  der  Gesellen  heranzuziehen.  Ich  kann  aus  meinem  Bezirke
  das  Gegenteil  berichten.  Die  Handwerkskammer  Dortmund  ist
in  jeder  Weise  entgegenkommend.  Seit  ungefähr  acht  Jahren  hat
sie  mich  zum  Vorsitzenden  der  Gesellenprüfungskommissionen  des
Kreises  Schwelm  ernannt,  und  in  dieser  Eigenschaft  habe  ich  meine
Erfahrungen  gemacht  und  sie  auch,  vorteilheft  ausgenutzt  für  die

le,  die  ich  vertrete  und  die  ich  leite.

Es  ist  nach  meiner  Meinung  nbedingt  notwendig,  daß  die  Vertreter
  der  Schule,  die  Lehrer  und  Leiter  der  Schule,  stets  in  enger
Verbindung  mit  dem  Handwerk  und  bei  der  kaufmännischen  Schule