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2 Theilen Sarg'schen Glycerins und 1 Theil destillirten Wassers erfolgte zunächst bis
zur Sirupkonsistenz im Porzellanmörser. Die Aufbewahrung jeder Ernte geschah gesondert
in durch Einsangen gefüllten cylindrischen Glasgefäßen von 20, 25 und 30 cem
Inhalt, etwa 2 cm Durchmesser und 7 bis 11 cm Länge, deren kapillare Enden an
der Flamme zugeschmolzen wurden. So lagerte das Präparat im Keller, um nach
dem jeweiligen Bedarf in der Reihenfolge der Kälber, von welchen es stammte, mit
Glycerinwasser weiter verdünnt in die Verfandtgefäße eingefüllt zu werden. Dieses
Verfahren wird als das zweckmäßigste bezeichnet, um den Impfstoff lange Zeit vor
makroskopischen Veränderungen zu schützen. Zur Ausgleichung verschiedener Wirksamkeit
wurden die nahezu gleichzeitig gewonnenen Erträge vor dem Füllen der Versandtgläser
vermischt.
In Hannover wurde die Lymphe bei 5 Thieren nach 72, 87 und 96 Stunden
abgenommen, sonst stets nach 80 Stunden. Das Verfahren bei der Abnahme, Herstellung
und Aufbewahrung der Lymphe wurde nicht verändert; jedoch wurden versuchsweise
einige Sorten stärker verdünnt (1 Theil Rohlymphe mit 5 Theilen Glycerimvasser),
auch ging der Impfstoff 5 bis 6 Mal, zuerst mit wenig Glycerin durch die Mühle.
Fast immer wurden die Erträge von 2 bis 6 Kälbern vermischt.
In Kassel fand die Abnahme meist nach 96 Stunden, einigemal etwas früher,
statt. Da in dieser Beziehung ein einheitliches Verfahren nicht gehandhabt wird, so
regt der vorliegende Bericht an, über die Frage des Zeitpunktes der Lumpheabnahme
beim nächsten Zusammentreffen der Anstaltsvorstände einen Austausch der Ansichten
stattfinden zu lassen. Zweifellos wirken äußere Umstände auf die langsamere oder
schnellere Neifung der Pusteln ein. So soll die große Wärme im Frühjahr und
Sommer des Berichtsjahres stellenweise eine Pustelüberreife, welche die Wirkung des
Impsstoffes beeinträchtigte, herbeigeführt haben. Das Verfahren der Abimpfung 2c.
war das früher eingehaltene. Die bisherige Art der Aufbewahrung der fertigen Emulsion
in Kolben von 200 bis 300 g oder in Reagensgläsern soll jetzt verlassen werden.
In Köln wurde wie früher die Impffläche mit abgekochtem, warmem Wasser
gereinigt. Sofort nach dem Auskratzen der Pusteln mittelst des scharfen Löffels wurde
der Stoff unter Zusatz von etwas destillirtem Wasser und Glycerin mit der Döring'=schen
Maschine zur gleichmäßigen Emulsion verarbeitet. Zur Vermeidung des wenn
auch geringen Verlustes nahm man die Maschine, falls nur eine einzige Ernte verrieben
werden sollte, nicht in Anspruch. Fertige Lymphe wurde sogleich in Versandtröhrchen
gefüllt und im Eisschrank aufbewahrt.
In München wimde die Lymphe mit der Hand in der Porzellanschale verrieben,
nur bei sehr geringer Menge in der Achatschale mit Achatstempel. Die Art der zur
Verfüllung benutzten Gläser, deren Verschluß und Aufbewahrung waren wie im Vorjahre.
Kleine Gläser und Haarröhrchen kamen nur auf ausdrückliches Verlangen zur
Verwendung.
In Dresden wurde der Impfstoff, wie früher, mittelst der nach dem Vorsteher
Dr. Chalybaens benannten Impfreibemaschine und unter Zusatz der 4fachen Menge
von verdünntem Glycerin (3 Theile auf 1 Theil Wasser) präparirt und aufbewahrt.
In Leipzig wmde meist nach 96 Stunden abgeimpft, während der heißesten
Jahreszeit 10 bis 12 Stunden früher. Der Zusatz von Glycerin mit Wasser betrug
etwa 6 Theile auf 1 Theil Nohlymphe. Die Aufbewahrung erfolgte in Versandtgefäßen,
welche für Anstalten und öffentliche Impfärzte 15 bis 60 Portionen enthielten und für
Privatärgte kleiner waren.
In Frankenberg war das Abnahmeverfahren unverändert. Nach dem Abschaben
der Lymphe wurde das Impffeld mit reinem Wasser gewaschen und hierauf das Thier