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Fibben dürfte, je nach der Oertlichkeit die eigentliche Wasserwirthschaft in drei verchiedene
Zonen einzutheilen:
1) Die Wasfer ammlung und industrielle Verwerthung desselben in die
Gebirge zu verlegen;
#die Regulirung der Wasserläufe im Wesentlichen auf die weder
schiff= noch flößbaren Bäche zu beschränken, und
3) die richtige Abdeuchun des Ueberschwemmungsgebiets der großen
Ströme und die Benutzung des Wassers derselben zur Speisung der Schifffahrtskanäle,
so wie den Anbau des Vorlandes mit Gras und Holz mehr, als bisher geschehen, in
Erwägung zu ziehen.
Die rationelle Benutzung der Gebirgswässer ist vorstehend schon eingehend erörtert
worden, die Vorschläge, welche der Verfasser in diesem Punkte macht, haben in
der Praxis thatsächlich schon mehrfach Anwendung gefunden, so daß sie eines weiteren
Kommentars nicht bedürfen.
Der Schwerpunkt der Wasserfrage liegt ohne Zweifel auf den Höhen unserer
Berge und in dem rationellen Anbau unserer Wälder. Denn gelingt es der Technik,
einestheils den Abfluß der gefallenen Regenmengen zu hemmen und gleichzeitig den
Ueberfluß der Wasseradern des Gebirges auf die trockenen Abhänge zu vertheilen, so
werden wir nicht nur die Schädigungen durch Kochwasser vermindern, sondern auch
im Laufe des Sommers dauernd starke Mittelwasser, und somit Wasser genug haben,
um den Handel, die Industrie und Landwirthschaft in den tiefer gelegenen Thälern
zu fördern. —
ad 7. Die Reflerionen des Verfassers über die Anlage eines Tunnels haben
einen speriell bergmännischen Charakter, auf welchen näher einzugehen ich den zugehörigen
Fachmännern überlassen muß.
ad 8. Die Konsequenzen dieser Studie der Linien gleicher Höhe weisen darauf
hin, daß die Landesbehörden den beregten Gegenstand in die eingehendste Erwägung
ziehen und namentlich in allen technischen Abtheilungen der Verwaltung dauernd studiren
lassen. Diese Maßnahmen dürften sich in den einzelnen Ländern auf folgende
Behörden und Dispositionen zu erstrecken haben:
1) Die Abtheilung für Bergbau zur Berichterstattung aufzufordern, in wie weit
bei der Bewirthschaftung der einzelnen Bergwerke des Landes die Linien gleicher Höhe
berücksichtigt werden und berücksichtigt werden müssen, und ob dieser Gegenstand
überhaupt so wichtig ist, um im Fnteresse des Nationalwohlstandes noch einem
weiteren dauernden Studium unterworfen zu bleiben.
2) Die Abtheilung für Forstwesen zur eingehenden Berichterstattung darüber
zusiufo e lchem Pri der Anbau der Gebirgsforsten hinseichtlich
a) Nach welchem Princip gegenwärtig der Anbau der Gebirgsfo insichtli
der Feuchti Giwelchem e in Ausführung gebracht wird!
b) Ob die von dem Forstmeister Kaiser in der V. Versammlung des deutschen
Forstvereins entwickelte Methode der Aufforstung und Anlage von Horizontalgräben
jur Wassersammlung für die Wiederbewaldung der Berge und namentlich der Oedändereien
in den Gebirgen, wie sie z. B. auch in den Vogesen noch vielfach vorhanden
find, principiell zu acceptiren ist? und
e) einen allgemeinen Kostenanschlag über die Anwendung dieser Methode aufzustellen,
welcher Sich in den Grenzen des iederschagsgebietes eines Gebirgsbaches bewegt
und wobei auch die Förderung der künstlichen Forellenzucht, nach dem vom Oberförster
v. Lasseaux in Zabern 18 Princip berücksichtigt wird.
) Die Abtheilung für das Meliorationswesen zur Berichterstattung darüber
aufzufordern, ob bei den Projekten der Ingenieure die Linien gleicher Höhe eine der
Wichtigkeit des Gegenstandes entsprechende Kerückichtigung finden und ob es zweckmäßig
erscheint, auch die Zöglinge der Wiesenbauschulen im Auschluß. an die betreffen-*-
Kalinrmeihoden über den beregten Gegenstand eingehenden Unterricht zu ertheilen?
4) Die Vorstände der landwirthschaftlichen Kreisvereine, deren Mitglieder sich
mit Weinbau beshäftißen zur Einrichtung einzelner Musteranlagen nach der vorstehend
beschriebenen ethobe des Johann Bier aufzufordern, um dann an den
praktischen Resultaten die weitere Einführung dieser unzweifelhaften Verbesserung in
der Kultur der Reben demonstriren zu können.
d. Holtzendorff-Brentano. Jahrbuch. III. 3. 4. 12